USA - KARIBIK - KANADA 2014

NEW YORK

 

Juli 2014

Aus dem Herzen New Yorks in die Heimat

Die Suche nach Andockpunkten zu unserer Weltreise endet dann doch immer erst in New York, wo wir 2007 unsere „Round-the-world-Tour“ gestartet hatten. Diesmal steht die unglaubliche Metropole der USA am Ende unserer Reise, eine Erfahrung, die wir so nicht kennen. Abgeklärt und doch einigermaßen verbraucht verbringen wir entspannte 72 Stunden in der Geburtsstadt Gerlindes und wohnen diesmal wirklich im „Herzen“ Manhattans … Chelsea Inn in der 17th Street, zwischen 5th Avenue, 6th Avenue und Broadway mit Blick sowohl auf Empire State Building als auch auf seinen Nachfolger als höchstes Gebäude New Yorks, dem kürzlich eröffneten „1 WTC“ im Financial District im Süden. Wir nutzen unsere zentrale Lage zu ziellosen Sightseeing-Wanderungen in der Umgebung und zu den Neuigkeiten seit damals: dem 1-WTC und dem absolut neuen Highlight, der „grünen Oase“ High Line samt Chelsea-Market. Und dann geht’s zurück in die Heimat …

New York – the city that never sleeps – was für ein Abschluss. Der Unterschied zu unserem rund 10-tägigen Aufenthalt 2007 ist aber vielfältig, denn diesmal kommen wir abgeklärt von einer „Monster-Tour“, diesmal wohnen wir mitten in Manhattan und achten darauf, uns kein „steifes Genick“ zu holen … na klar vom Hinaufschauen !?! … und gehen es vor allem gemütlich an.

Nach der Landung aus Boston kommend bringen wir unser Hauptgepäck zur Aufbewahrung am Terminal 1 (48,- USD für 2 Gepäckstücke und 3 Tage) und orientieren uns dann um gemütlich und günstig nach Manhattan zu gelangen. Wir wählen die günstigste und für uns naheste Variante zum Hotel: Air Train & Subway E mit 1x umsteigen auf F. Von der Station 14th Street sind wir in wenigen Minuten am Ziel und wir beziehen im „Chelsea Inn“, das wir über Hostelbooker reserviert haben, ein tolles, großes Zimmer – sozusagen das „Einserzimmer“ mit Straßenblick und ebenerdig.

Gleich nebenan finden wir ein gemütliches Lokal, das belgisches Bier und gutes Essen serviert … Start geglückt und nach einer ersten Runde auf der mit gelben Taxis gefüllten 6th Avenue fallen wir zufrieden in die „Federn“.

Tag 2 beginnt mit einem „Walk“ auf alten Spuren bis zum Empire State Building, die 34th Street entlang bis zur 9th Avenue, wo wir im Auftrage von Photograph Alex das größte Fotogeschäft New Yorks aufsuchen … einziger Haken dabei, es ist geschlossen, denn es ist Samstag und somit jüdischer Feiertag … alles klar!

Dafür machen wir uns von hier aus auf die Suche nach einer der neuesten Attraktionen der Stadt … die „High Line“! Hier hat man aus der Not eine Tugend gemacht und aus der alten „Hochbahntrasse“ an der Westside zwischen 30. und 14. Straße eine fantastische Grünoase geschaffen, statt sie abzureißen … Tausende Besucher täglich sind seit 2010 die dankbare Antwort auf ein wirklich gelungenes Projekt.

Der Rest des Tages ist gemütliches Relaxen sowie ein weiterer Besuch bei unserem „Deli“, einem von Indern geführten Delikatessenladen – Menü für heute: Roastbeef, Turkey Burger, Eggsalad, spicy Tunasalad und dazu Valpolicella …

Am Abend drehen wir noch eine von tollem Sonnenuntergangslicht begleitete Runde über 5th Avenue und Broadway und lassen uns typisches New York-TV servieren: Golf Open, Baseball und ein altes Billy-Joel-Konzert.

Tag 3 beginnt mit einem ausgezeichneten Frühstück in einem Shop, das wir am Vortag kennengelernt haben, und derart gestärkt drehen wir eine kleine „Shoppingrunde“. Gerlinde bessert ihre aktuelle Sommermode äußerst günstig auf und ich verliere mich für kurze Zeit in den Tiefen eines ungewöhnlichen Musikshops. Hier werden wahre Schmankerl und Raritäten angeboten, zumeist älteren Datums bzw. in Schallplattenform. Aber auch die CD-Sammlung zwischen Jazz, Classic und allen Stilrichtungen von Country bis Pop hat es in sich. Mit einigen Raritäten im Sackerl zische ich wieder ab … in New York kauft man sich u.a. Tom Waits und Frank Sinatra.

Der Nachmittag wird schließlich das absolute Highlight unseres New-York-Besuches, denn mit der Metro geht es direkt ins Herz des neueröffneten „1 WTC“, des kürzlich eröffneten Turmes im World Trade Center. Zwar ist die völlig neu konzipierte Anlage auf dem Gelände der Twin-Tower-Katastrophe vom 9. 11. 2001 noch bei Weitem nicht fertiggestellt, aber schon jetzt tummeln sich Unmassen von Menschen auf dem Gelände. Und eines kann man jetzt schon sagen – hier wurde und wird Großartiges geschaffen!

Die als „09/11-Memorial“ konzipierte Anlage wird von den beiden riesigen „Footsteps“ beherrscht, wo man aus den Fundamenten der Twin Towers zwei riesige fließende Wasserbecken geschaffen hat … sozusagen als ständig fließendes „Tränenmeer“. Und gesäumt wird das Terrain von den 4 bis 5 Towers, die es letztlich werden sollen … Nr. 1 ist außen fertig und überragt nicht nur den Süden Manhattans sondern die gesamt Stadt, denn mit 541 m ist es das höchste Gebäude der USA … und das 4. höchste Gebäude der Welt.

Und wenn man per pedes unterwegs ist, erlebt man ständig etwas, so u.a. den Start einer „Biker-Parade“ mit vielen hundert Maschinen und Polizeieskorte. Und zu guter Letzt landen wir direkt unter dem 1WTC, wo wir ganz allein, da offiziell noch nicht eröffnet und bis heute an Wochenenden gesperrt, durch riesige Marmorhallen wandeln und auf riesigen Rolltreppen fahren … fast unheimlich so ruhig und verlassen … wieder Glück gehabt.

Und den wirklich letzten Akt an diesem Wochenende setzen wir mit Besuch des wohl größten „Fotostores“ der westlichen Hemisphäre: B&H … und alles in jüdischer Hand! Wir stehen im unglaublichsten Geschäft, das wir gesehen haben, alles perfekt und logistisch durchdacht, wir werden zu einem Schalter beordert, hier läuft alles über Computer, im Nu sind die bestellten Artikel per Fließbandanlage da und, nachdem man im Erdgeschoß bezahlt hat, wird die Ware auch schon ausgehändigt … Tausende Menschen tun es uns gleich, Gerlinde findet den treffenden Vergleich mit „Willi Wonka’s Schokoladenfabrik“.

Und dann heißt es wieder packen, da unser Hauptgepäck am Flughafen ist, werden der als Handgepäck zu deklarierende Trolley und mein Rucksack bis aufs Äußerste „malträtiert“. Zu viel diesmal, denn neben 22,6 und 23,2 kg für das Check-In-Gepäck bringt mein Rucksack 17 kg auf die Waage. Und da zeigt sich die Dame der Air France wirklich kulant, denn wir können auch Gerlindes Handgepäck kostenlos aufgeben und funktionieren ihre Handtasche kurzerhand zum Handgepäck um, wo 5 kg meiner Überlast Platz finden … nur 1 Kanadabuch bleibt auf der Strecke – verkraftbar.

Und so geht’s mit einem Airbus A330 Richtung Heimat mit Abendessen über Nova Scotia und Sonnenuntergang über Neufundland … wirklich begreifen werden wir all das Erlebte und Gesehene wohl erst in der Heimat …