ROUND THE WORLD

UTAH & NEVADA

November 2007

Durch die Naturwunder Utahs ins Spielerparadies Las Vegas

 

Dass wir nach dem Sonnenaufgang im Grand Canyon am selben Tag auch noch den Sonnenuntergang im Bryce Canyon bewundern können, liegt an einem beachtlichen „550-Km-Ritt“ mit unserem Wohnmobil über die Gebirgsstraßen Arizonas und Utahs.

Zum einen sind die US-Autopisten nicht immer die Besten – schon Fritz Gülly in New York beschwerte sich („Straßen haben wir miserable, aber Krieg im Irak können wir uns leisten …!) – zum andern sind Gerlinde und ich solche Distanzen von unseren Touren im Norden Europas aber gewohnt.

Wir überqueren einige lang gezogene Gebirgsketten mit Pässen über 1500 m Seehöhe, dann den Colorado bei Page, wo der „Glen Canyon Dam“ den Lauf des Flusses staut und den gigantischen Lake Powell entstehen ließ. Ein Meisterwerk der Technik und ein in die Wüste gewachsenes Freizeitparadies, auf dem sich in den Sommermonaten die Jachten und Hausboote tummeln.

Die Berge Süd-Utahs gehören ebenso zu den „Herzeige-Motiven“, wie letztlich die sensationelle Kulisse von „Red Canyon“ und des Bryce Canyon NP. Da sich die Region am Plateau des Parks in rund 2500 m Seehöhe befindet und die Nächte Anfang November auch hier recht kühl werden können (10 Tage zuvor gab’s Schnee), haben die Campingplätze und RV-Parks bereits Winterpause. So verschlägt uns das Schicksal nach Cannonville, wo wir im KOA-Campground nicht nur freundliche und idyllische Aufnahme finden, sondern auch Ron & Sue kennen lernen, die seit mehr als einem Jahr in ihrem Riesen-RV durch Nordamerika gondeln. Nach der Pensionierung haben sie ihr Haus verkauft und sich dieses „fahrbare Appartement“ mit allen Raffinessen geleistet. Sie werden so lange durch die Gegend fahren, bis es keinen Spaß mehr macht …. und sie sich wieder irgendwo niederlassen werden. In einem neuen Haus …. typisch amerikanisch.

Typisch amerikanisch, wie so vieles, ist auch die Tatsache, dass die Amerikaner so gut wie alles per Auto zurücklegen, ja zurücklegen müssen. Denn Distanzen sind hier sehr relativ. Ob in den Städten oder in den Nationalparks, ob der Weg zum Einkaufscenter oder zur Arbeit …. mit Ausnahme von New York City finden wir uns bei unseren Fußmärschen zumeist alleine wieder. Nur im Bryce Canyon treffen wir viele Wanderer, die ebenfalls durch die bizarre und steile Felslandschaft marschieren. „Navajo Trail“ heißt die Route durch den Nationalpark der einzigartigen roten Sandsteinformationen mit tiefen Einblicken in die geologische Urzeit des Kontinents. Ein Wunderwerk der Natur und nicht nur zum Bestaunen von außen …

Ähnliches widerfährt uns auch im Zion NP., wo die Enge des Canyons und die abenteuerliche Hochgebirgsstraße natürliche Grenzen schafft und die Besucher zum Bewegen abseits des Hauptverkehrsstromes animiert. Diesmal nützen wir das Shuttle-Bussystems im Tal und die vielen Trails und Wege, u.a. in den „Narrow Canyon“ und zum „Weeping Rock“ – einem Felsen, der „weint“ ….

160 Meilen südwärts scheint die Welt allerdings keine Träne zu vergießen, denn in der plötzlich aus der nevadischen Wüste aufragenden Spielerstadt Las Vegas blühen „High Life“, Glücksspiel, Show und Prunk. Unvorstellbare Paläste, Spielcasinos mit Hotelburgen sowie Monsterbauten reihen sich am „Strip“ aneinander …. Gewaltige Ausmaße mit fast 2 Millionen Einwohnern und mehr Gästebetten als New York und Chicago zusammen hat Las Vegas zu bieten und wir wohnen mit unserem RV mitten drin. Denn hier gibt es hinter dem „Circus Circus“ einen einzigartigen KOA-Campground mit Blick auf den gewaltigen Stratosphere-Tower.

Wie viele Dollars hier umgesetzt, verspielt, gewonnen oder gewaschen werden, scheint niemanden zu interessieren, Hauptsache die Show läuft, der Umsatz stimmt und das Volk ist happy.

Wir bewegen uns natürlich mehr außerhalb der Szene, klappern sowohl bei Tag als auch bei Nacht die bekanntesten Attraktionen am Strip – eigentlich heißt er „Las Vegas Boulevard“ – ab, wie natürlich „Luxor“, „Escalibur“, „New York, New York“, „The Venetian“, „Treasure Island“, „Mirage“ ... und, und und … bis hin zu „Bellagio“ und „Caesars Palace“, wo wir die eindrucksvollen Wasserspiele mit Musik von Celine Dion und Elton John bewundern, der übrigens am selben Abend sein Abschlusskonzert „The Red Piano“ gibt ….

Nach einem tollen Sonnenuntergang vom „Stratosphere Tower“ aus heißt aber auch für uns Abschied zu nehmen …. Richtung „Death Valley“ und California.

Bryce Canyon
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