ROUND THE WORLD

ARIZONA

November 2007

Vom „4-Länder-Eck“ zum Monument

Valley und Grand Canyon

 

Möglicherweise handelt es sich um den einzigen Ort der Erde, wo man mit beiden Beinen gleichzeitig in 4 Staaten stehen kann … so erlebt am „4 Corners Point“ im Navajoland zwischen New Mexico, Colorado, Utah und Arizona. Grenzziehung per Lineal am Reißbrett einige Jahrhunderte zuvor machte es möglich.

Dies ist sozusagen der Auftakt zur Fahrt durch die „Naturwunder“ im Grenzbereich von Utah und Arizona: „Monument Valley“ und „Grand Canyon“. Nachdem wir uns durch weite kahle Landstriche wieder südwärts gekämpft haben, zeigt sich die Steppenlandschaft südlich von Cortez wieder lieblicher, um dann in totaler Wüste zu enden.

In einem Hochtal steht man plötzlich vor der „Filmkulisse“ des Monument Valley, in dem schon so manches Werbefoto für Zigaretten oder Getränke mit „echten“ Männern geschossen wurde oder als Hintergrund für so manchen Westernfilm gedient hat. Wie es sich für echte Fotografen gehört, verbringen wir die Nacht in einem RV-Camp mitten in den Felsen, um sowohl am Abend als auch am kommenden Morgen die besten Schnappschüsse mit entsprechend intensiver Sonneneinstrahlung schießen zu können. Wirklich eindrucksvoll und man kommt entsprechend ins Schwärmen.

Ebenso ins Schwärmen kommen wir einige Meilen westlich von Kayenta im Navajo National Monument, wo man ohne Eintritt mehrere eindrucksvolle Trails erwandern kann, die herrliche Ausblicke in den Canyon bieten und sowohl Pflanzen- als auch Tierwelt im Reservat beschreiben. Den besten Ausblick dabei hat man auf eine tief im Canyon versteckte Pueblosiedlung der Anasazi.

Wir sind so fasziniert vom Ambiente des Monuments, dass wir den Indianern Silberschmuck und CDs mit Indianerklängen im modernen und traditionellen Stil abkaufen.

Weniger stilvoll und traditionell geht es dann bald darauf am Colorado-Plateau zu, wo sich der Fluss tief eingeschnitten und den größten Canyon der Erde modelliert hat: „Grand Canyon“ mit dem wohl touristischsten aller Nationalparks. Das merkt man schon bei der Einfahrt vom Osteingang, wo einem gleich monumentaler Einblick in die bis zu 1900 m tiefe Schlucht samt Tourismus-Village, Watchtower im Indianerlook, Campground und Visitor Center erwartet.

Gewaltig ist er ja auch wirklich, der Grand Canyon mit seiner Gesamtlänge von fast 500 Kilometern und seinen beiden Abrisskanten „South Rim“ (1600 m) und „North Rim“ (1900 m). Wir befinden uns am Südrand mit dem Grand Canyon Village, wo wir auch in einem Campground um 18,- USD (ca. 13,- €) günstig nächtigen, zwar ohne Strom und Wasseranschluss (ist auch nicht nötig, denn wir sind vollgebunkert), dafür aber mit Lagerfeuer im Pinienhain … und dem großen Vorteil, dass wir sowohl den Sonnenuntergang als auch die ersten Sonnenstrahlen des folgenden Tages genießen können. Etwas problematisch, bzw. typisch amerikanisch, sind die Gigantomanie, mit der diese Attraktion vermarket und an den Touristen gebracht wird. Da sind Canyonlands und Arches wirklich idyllische Parks gewesen. Wir schaffen es nicht, mit unserem RV an einen idyllischen Fotoplatz im Village heranzukommen und haben Stress, zu Fuß gerade noch an die Klippe zu kommen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Alles riesig, alles geordnet, alles amerikanisch …. dafür trösten wir uns mit ein paar Rehen am „Grand Canyon Bahnhof“ und einem echten „Jamesson“ am Lagerfeuer.

 

Monument Valley
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