ROUND THE WORLD

COLORADO & UTAH

Oktober 2007

In den Nationalparks von Süd-Colorado

und Süd-Utah

 

Die Fahrt übers Gebirge zu den Naturwundern im Süden der beiden Bundesstaaten Colorado und Utah begann mit einer faszinierenden Route im Tal des Rio Grande, der später zum berühmten Grenzfluss zwischen den USA und Mexico wird und sich hier tief in das Taos-Hochplateau einschneidet. Das Städtchen Taos gilt nicht nur deshalb als das interessanteste Urlaubsziel der Amerikaner im Südwesten, die Stadt selbst versprüht faszinierendes, lebendiges & künstlerisches Flair – natürlich im Adobe-Stil. Beim Rundgang samt Lunch in den Gassen der „Historical Downtown“ kommt man ins Schwärmen, Kit Carson, einer der bekanntesten Eroberer und Trapper seiner Zeit, ist hier allgegenwärtig.

Etwas außerhalb eines der „Bau-Wunder“ der amerikanischen Geschichte: die Taos-Pueblos im Indianer-Reservat. Mehrstöckige Pueblo-Siedlung, die von den Indianern noch bewohnt bzw. für touristische Zwecke bewirtschaftet wird, Eintritt 10,- USD pro Person plus 5,- für die Kamera. Das nützen wir weidlich und schießen zahllose Fotos, ehe es zurück über den „Grand Canyon“ über eine gewaltige Brücke ins Gebirge geht, wo wir nach 80-km-Überquerung des „Carson National Forest“ herrliches Camp am Rio Arriba bei Chama finden – fast allein in der riesigen Anlage am Fluss und Lagerfeuer bei herrlichem Sonnenuntergang. Holz diesmal gratis direkt am Ufer.

Am kommenden Tag geht es zu den Nationalparks nördlich von New Mexico. Bei Durango geht die Straße steil bergan, ehe wir zur Einfahrt in den „Mesa Verde NP“ gelangen. Von dort sind es noch 20 Meilen hochalpine Bergstraße auf den „grünen Tisch“, der ein weiteres Natur- und Bauwunder verbirgt: die in den Fels gebauten Pueblos der Anasazi-Indianer – über 1300 Jahre alt und erst vor knapp 120 Jahren entdeckt.

Bei einer traumhaften Wanderung in den Canyon kann man direkt zu den Wohnstätten der urzeitlichen Indianer vordringen und sie teilweise begehen, denn sie sind noch wirklich gut erhalten. Anasazi ist übrigens ein Wort der Navajo und bedeutet "die Alten".. Beim Rundgang verliert Gerlinde irgendwo in der Euphorie ihre teure Sonnenbrille – Motto: „Was weg ist, ist weg!“ – dafür packe ich beim Abfahren am leeren Parkplatz einige (vielleicht hundert Jahre) ausgeschnittene Baumstämme fürs nächste Lagerfeuer ein.

Da wir am nächsten Tag 2 weitere N.P. besuchen wollen, legen wir eine rasante Abendfahrt mit 65 Meilen Schnitt nach Moab hin, dem zentralen Ausgangspunkt für Touren in die Nationalparks „Arches“ und „Canyonlands“. Hier lernen wir erstmals die Prozedur des nächtlichen Einscheckens am KOA-Kampground lernen.

Der Himmel am kommenden Tag empfängt uns dicht bewölkt, was aber der Stimmung keinen richtigen Abbruch erteilt. Zuerst überqueren wir den Colorado River, der mit über 2300 km Länge der wichtigste und mächtigste Fluss im Südwesten der USA ist und das gleichnamige Plateau tief zerfurcht und zerklüftet hat. Im Grand Canyon wird er sein „Meisterstück“ abliefern, aber hier hat er in Zusammenarbeit mit dem Nebenfluß „Green River“ eine wahre Zauberwelt geschaffen: Canyonlands! Eine Reise im NP ist faszinierend und atemberaubend, aber sie schafft auch nachvollziehbare Einblicke ins Innere des Kontinents und viele Biker und Allradfahrer nützen die Möglichkeit, eine 100 Meilen-Schleife bis an die Ufer der Flüsse in 3 bis 7 Tagen zu erkunden.

Von hier sind es nur wenige Meilen zum 2. NP – dem „Arches“, bekannt für seine Felsformationen und Hunderte Bögen aus Sandstein. Obwohl – oder vielleicht weil - sich die Sonne hinter Wolken verbirgt, fühlen wir uns in eine andere, eine mystische Welt versetzt, als wir den „Devils Garden“ erwandern, in dem auch der Landscape Arch steht, der größte Bogen im Park. Er ist einer der größten freischwebenden Bögen der Welt und überspannt 92m. Leider sind seine Tage gezählt. An manchen Stellen ist er schon sehr dünn und irgendwann wird er verschwinden. Und die mystische Stimmung wird noch durch das gedämpfte Licht der Dämmerung verstärkt, als wir den monumentalen Tunnet Arch und die beiden „Windows“ – Süd und Nord – erklimmen. Bis es finster wird in Utah …

 

Süd-Colorado
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