ROUND THE WORLD

TENNESSEE & ARKANSAS

Oktober 2007

Glenn Miller, Countrymusik, Soul,

Blues und Indianerland

 

Nach der bergigen Route der Appalachen änderte sich nun das Erscheinungsbild der Landschaft gewaltig. Der Bundesstaat Tennessee, der zu den „grünsten“ des Landes zählt, präsentiert sich als eine Mischung aus Wäldern, saftigen Tälern und einem gewaltigen Flusssystem, das durch seine Projekte zur Energiegewinnung und Landschaftsgestaltung bekannt wurde.

Auf den Routen durch die Appalachen war uns die Musik von John Denver (Er besingt die Region in seinem Hit „Country Roads“), Bob Dylan und Billy Joel ständiger Begleiter. Dies änderte sich aber ab Chattanooga, wo wir dem Bahnmuseum „Choo Choo“ einen Besuch abstatteten. Musikfreaks sind sofort informiert: Glenn Millers „Chattanooga Choo Choo“ machte die Stadt und die verträumte Eisenbahn unsterblich. Übrigens wurden hier auch zahlreiche Wassersportbewerbe (Rudeln und Paddeln) der Olympischen Spiele von Atlanta ausgetragen.

Wie verschafften uns einen Überblick über die Stadt vom Outlook Mountain aus, den man mittels steilster Standseilbahn der USA erklimmen kann, und flanierten am Ufer des Tennessee River entlang, wo u.a. ein echter Schaufelraddampfer vor Anker liegt.

Der Musik noch nicht genug …. Es ging westwärts nach Nashville, der Hauptstadt und Geburtsstadt der Countrymusic. Aus allen Musiksendern und Radios plärrt Tag und Nacht diese nach der Freiheit der Cowboys johlende Musik, der Rummel um die Szenerie in den Bars, Klubs und Casinos ist erdrückend und lässt uns leichten Herzens bald wieder weiterfahren.

Es geht Richtung Mississippi, allerdings hat es zu regnen begonnen. Was heißt „regnen“ – stürmische Güsse und Gewitter begleiten uns bis in die Nähe von Memphis. Und das im Kampf mit den „Trucks“ am „I-40“, jenem Interstate, der die Ost- mit der Westküste verbindet und sich teilweise über die legendere „Route 66“ gelegt hat. Darüber aber später noch mehr.

Die Suche nach den Ufern des Mississippi gestaltet sich schwieriger als wir erwarteten. Erst bei Überfahrt der Brücke in Memphis und später dann am Campground „Tom Sawyer“ in West-Memphis, der direkt am Ufer des Flussgiganten liegt, werden wir des „Old Man River“ ansichtig.

Am kommenden Tag, der verregnet bleibt, sind wir Gast im Stax-Museum, einer der Geburtsstätten des Soul. Hier starteten Größen der schwarzen Befreiungsmusik wie Isaac Hayes, Otis Redding, Rufus & Carla Thomas, The Staple Singers oder Booker T. ihre Karrieren. Und man kommt ins Staunen ob der Vielfalt schwarzer Musik, die hier durchwegs in der näheren Umgebung gewachsen ist.

Wir beschließen aus Gründen der Witterung solange Richtung Westen zu fahren, bis uns Schönwetter erreicht. Gesagt – getan. Kurz nach Little Rock, der Hauptstadt des Bundesstaates Arkansas (bekannt seit Gouvenor Bill Clinton 42. Präsident der USA wurde), war es dann soweit und wir suchten ein Camp im Indianergebiet bei Sallisaw und Tahlequah, der Heimat der West-Cherokee. Während die Museen und Visitor Centers Kultur und Leben der Indianer vor 500 Jahren präsentieren, zeigen allerdings die Verhältnisse innerhalb der Reservate die „Kehrseite der Medaille“. In slumartigen Vierteln und verfallenden Dörfern hausen zig Tausende Nachkommen der Ureinwohner des Kontinents und geben Land und Kultur dem Verfall preis. Einzige wirkliche Einkommensquellen bleiben der Tourismus und eine Vielzahl von Casinos und Spielhöllen.

Wir lernten auf jeden Fall im Cherokee-Center Tahlequah ihre Lebensgewohnheiten, Fähigkeiten und ein Spiel namens „Stickball“ kennen. Viel hätte nicht gefehlt und ich hätte unsere junge Führerin übertroffen ….

Mississippi
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