ROUND THE WORLD

VIRGINIA & NORTH CAROLINA

Oktober 2007

In den Naturschönheiten der Appalachen

 

Natürlich verlaufen die Appalachen durch den gesamten Vereinigten Staaten. Sie bilden mit ca. 2500 km Länge und bis zu 500 km Breite das Rückgrat des Ostteils des Kontinents und gehören zu den ältesten Gebirgen der Erde. Von Erosion abgetragen erreichen sie max. Höhen bis zu 2000 m. Diese reichten aber vor noch knapp 300 Jahren aber aus, um sie wie eine unüberbrückbare Hürde für die Besiedelung nach Westen erscheinen zu lassen. Erst mit den Trecks mutiger Siedler ging es in den fruchtbaren Mittelteil des Kontinents, der später zu den Kornkammern werden würde, und in den „Wilden Westen“.

Für den motorisierten „Eroberer“ von heute bedeuten die Hügeln längst kein Hindernis mehr, im Gegenteil – an Wochenenden gerade im Herbst stürmen Millionen die im rötlich-gelblichen Schimmer des herbstlichen Laubes leuchtenden Bergketten mit seinen beiden Nationalparks und der „Scenic-Road“, dem legendären „Blue Ridge Mountain Parkway“. Für amerikanische Verhältnisse nur bescheidene 750 km lang schlängelt sie sich entlang des Hauptkammes durch dichte Laubwälder und bietet von zahllosen Ausblicksplätzen herrliche Eindrücke und Fernblicke. Ganz großartig natürlich im Licht der untergehenden Sonne – ein Genuss für Fotografen und Maler.

Von Washington aus machten wir zuerst aber noch einen Abstecher nördlich in das vor 150 Jahren heiß umkämpfte Gebiet des Bürgerkriegs zwischen Union und Konföderierten. Gettysburg – das größte Schlachtfeld von damals – ersparen wir uns, aber bei Harpers Ferry am Zusammenfluss von Potomac River und Shenandoah River tauchen wir in die Zeit um 1860 ein. Ein lebendes Freilichtmuseum, das man mit dem „Annual Pass“ für alle Nationalparks und National Monuments kostenlos besuchen kann. Per Busshuttle natürlich, den 5 Meilen sind hier nichts …. 50,- USD kostet dieser 1 Jahr gültige Pass übrigens, für uns als Familie nur 80,-, die Amerikaner wollen ihrer Kulturgüter wirklich an den Mann und die Frau bringen!

Bei Port Royal geht es dann steil bergan in den  „Shenandoah National Park“ (kurz NP) und nach 2 Stunden kurviger Bergstraße, zahlreichen Overwiews und Sonnenuntergang beziehen wir bei „Big Meadow“, die phantastisch rötlich im Sonnenlicht leuchtet, einen Platz im NP-Campground für 20,- USD und 4,50 für einen Sack Brennholz, denn Feuerstellen gibt es hier auf allen Campingplätzen …. Freiheit pur!

Am kommenden Tag ist es stürmisch und regnerisch-nebelig und so verlassen wir die Aussichtsstraße um mit Vollgas auf einem „Interstate“ – vgl. mit unseren Autobahnen, aber ohne Maut – Richtung Süden zu fahren.

1. Station in einer Regenpause machen wir bei einer monumentalen Natursteinbrücke mit dem Namen „Natural Bridge“ – so groß und mächtig, dass man diese natürliche Talüberquerung zur Straßenführung verwenden kann. Hier stoßen wir auch erstmalig auf Spuren der amerikanischen Ureinwohner in Form eines wieder belebten Indianerdorfes, das die versteckte sichere Lage am Fluss perfekt nutzt.

Nachdem wir die Staaten Maryland, West Virginia und Virginia hinter uns gelassen haben und das Wetter wieder strahlenden blauen Himmel präsentiert, geht es nach North Carolina ins Gebiet des Oststammes der Cherokee-Indianer („The Trail of Tears“).

Eines vorweg: Glücksspiel und Tourismus sind die Haupteinnahmequellen der Indianer und das gute Geld wird sicherlich nicht in Lebensstandard investiert, eher in Alkohol, Drogen, sowie Statussymbolen wie Autos o.ä.

Ein kleiner Streifzug, dann geht’s bald weiter in den Great Smoky Mountains NP, wo wir die urtümliche Natur, weite Wälder und eindrucksvolle Ausblicke genießen können, ehe wir bei Gatlinburg und Dollywood (die Heimat der Countrysängerin Dolly Parton) auf Massentourismus, Spielhöllen und Highlife a la Las Vegas treffen. Da verkrümeln wir uns lieber in eines der idyllischen Flusstäler von Tennessee zur Nachtruhe am RV-Campground „Misty River“. Mit Lagerfeuer –  Holz diesmal direkt vom Flussufer und gratis – natürlich. Und für Mitte Oktober ist es mit 25°C wirklich angenehm, auch wenn die Nächte schon spürbar abkühlen.

Appalachen
BILDERGALERIE: Anklicken & Blättern >>>