ROUND THE WORLD

PENNSYLVANIA & MARYLAND

Oktober 2007

Von New York nach Washington D.C.

 

Na, unser Abenteuer mit dem Wohnmobil von „Cruise America“ quer durch die USA begann ja heiter: Nach einer Kurzeinführung per Video (auf deutsch) und den Anweisungen eines – zugebenermaßen wirklich hilfreichen – Schwarzen mit klarem N.Y.C.-Slang (ohne Kaugummi kaum verständlich) folgend mussten wir das 25-Fuß-Ungeheuer erstmal quer durch New York City hieven, wobei man zu diesen Ungetümen hier einfach „RV“ sagt – „Recreational Vehicle“ – umgerechnet 7,5 m lang, 3 m breit und ca. 4 m hoch …!

Spätestens am „Cross-Bronx-Highway“ und auf der „Washington Brigde“ weiß man, ob man sich der Aufgabe gewachsen sieht oder nicht. Wir waren es … die 800 Meilen nach Niagara waren eine gute Schule!

Nach einem ausführlichen Einkauf in einem der Supercenters nahe der Übernahmestation in Roslyn bei New York und um uns an die Eigenschaften und Annehmlichkeiten des RVs zu gewöhnen, beschließen wir erstmals in New Jersey bei Andover am Panther Lake Camp Resort (nach ca. 115 km) zu nächtigen und merken, dass wir Glück haben, denn die „Full-Service“-Plätze sind für heute besetzt, da Wochenende ist und die New Yorker das herrliche Wochenende nützen. Wir bleiben zusätzlich noch eine Nacht (jetzt mit „Full Service“, d.h. mit Wasseranschluss, Strom und Abwasserkanal sowie WIFI … Wireless Internet free!) um alle Möglichkeiten des Fahrzeugs zu testen inkl. Lagerfeuer vor dem Abstellplatz, das hier obligatorisch ist. Alles super …

Am 3. Tag geht’s über das Tal des Delaware-River südwärts nach Easton und bis Allentown. Hier und im benachbarten Bethlehem sind die Auswirkungen der Krise in der Stahlindustrie sehbar und spürbar. Billy Joel hat es besungen und wir machen uns auf die Spurensuche. Im schwarzen Viertel an der 12th Street wird es uns manchmal ansichtig und wir fahren bald wieder weiter, wollen das RV auch nicht zu lange unbeaufsichtigt stehen lassen.

Nächstes Ziel ist Lancaster-Country, das uns einerseits vom amerikanischen Cousin Gerlindes empfohlen wurde, weil hier auch die Heimat der „Amish-People“ ist, einer Volksgruppe, die noch wie vor Jahrhunderten zu leben versucht und auf Technik und Motorisierung so weit wie möglich verzichtet …. Böse Zungen behaupten allerdings, dass man schon Amish in der Pferdekutsche mit dem Handy gesehen hat …!?!

Dass die Menschen fotoscheu sind, konnten wir selbst erfahren, ein paar Schnappschüsse konnten wir aber doch ergattern und zu guter Letzt wohnten wir an diesem Abend auf einem „Amish Campground“ bei New Holland. Zu dritt … auf insgesamt etwa 180 Stellplätzen … direkt am creek (Bach) und fireplace included. Idyllisch.

Der zweite Grund für einen Besuch der Region war eine Verwandte von Gerlinde (mütterlicherseits) in der Nähe von Lancaster, die wir dank „Google Maps“ präzise fanden und die uns trotz „strengem Amerikanisch“ viele Tipps geben konnte und viel Freude hatte, mit Bekannten aus Österreich Kontakt zu haben.

Am Weiterweg statteten wir noch der „Hauptstadt“ der Region – Intercourse – einen Kurzbesuch ab, aber viel Nepp und Tourismus, also weiter.

Über York und Baltimore gelangten wir nach Washington, wo wir in altbewährter Manier außerhalb „Platz bezogen“, diesmal am Cherry-Hill-Park der KOA-Campgrounds in College Park, dem ältesten und renommiertesten Unternehme der Branche, bei dem wir stets 10% Rabatt bekamen und uns des Leistungsstandards, des Preises und der Möglichkeit, freien Internetzugang zu haben, bewusst waren. Die einzige wirklich günstige Kommunikationsmöglichkeit mit den Daheimgebliebenen waren ja Email, Internet sowie ICQ-Chatten.

Die Hauptstadt Washington zu besuchen ist sicherlich nur mit öffentlichen Verkehrmitteln möglich, von unserem Camp waren es per Bus und Metro ca. 14 Meilen oder 20 km – Erlebnisfahrt pur, denn der Reihe nach stiegen zu: Inder, Schwarze, Latinos, Chinesen und Vietnamesen und dann jede Menge undefinierbarer Mischlinge. Washington hat das größte Sozialproblem des Landes, welch Anachronismus. Denn in der Innenstadt steigt man aus der Metro, die den Hauch von Perfektionismus und Science Fiction versprüht, und steht mitten im Verwaltungsbezirk einer künstlich angelegten Capitol City.

Wir hatten uns für diesen Tag „Kultur pur“ vorgenommen und hielten uns dran: The Mall, Capitol, Obelisk (den wir per Lift befuhren – free card, nur anstellen! ) White House, Arlington Cemetery & Downtown. Alles per Metro – 6,50 USD für die Tageskarte …. Häupl & Nagl – schauts umma!

Weißes Haus
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