ROUND THE WORLD

NEVADA & CALIFORNIA

November 2007

Besuch im „Death Valley“ und einer „Ghost Town“

 

Während die direkte Route von Las Vegas nach Los Angeles nur etwa 450 Kilometer beträgt, legen wir in den letzten 3 Tagen unserer Wohnmobiltour nochmals etwa 800 km zurück. „Schuld“ daran ist der Abstecher ins „Death Valley“ nahe der Grenze Nevada / California, die wir auf schnurgerader Strecke durch die Mojavewüste passieren.

Aber „Death Valley“ muss man einfach gesehen bzw. erlebt haben, dieses Gemisch aus trockenster Wüste, phantastischster Felsformationen, glühenden Canyons und – mitten drin – einer Oase mit Golfplatz, Erholungsgebiet und dem Domizil vieler Pensionisten, die das trockene und ganzjährig warme Klima vor allem gegen Krankheiten wie Rheuma und Gelenksschmerzen schätzen. „Warm“ ist in diesem Zusammenhang ein mit Vorsicht zu genießender Begriff, denn jetzt Anfang November schwitzen wir bei Temperaturen über der 30°-Marke und im Sommer wurden hier schon die höchsten Festlandstemperaturen der Erde gemessen: 57°C !

Man sieht der Region, die beinahe so groß wie die Steiermark ist, natürlich die Trockenheit an, vor allem um den tiefsten Festlandspunkt der USA am „Badwater“-Pool, exakt 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Ein Laune der Natur, ein Tümpel am Grund eines riesigen ausgetrockneten Salzsees, der jetzt weiß flimmernd im Sonnenlicht glitzert und die Touristen das ganze Jahr über anlockt.

Viele Ausblickspunkte bieten tolle Einblicke in die unterschiedlichstem Felsformationen, Einschnitte und Canyons – der bekannteste unter ihnen ist sicherlich „Zabriskie Point“, Schauplatz des Anfang der 70-er-Jahre gedrehten gleichnamigen Aussteiger-Movies von Michelangelo Antoniogni.

Heiß ist es auch im „Gold Canyon“ und farbenprächtig …. ehe wir über einen 1000-m-Sattel ins fruchtbare Tal der „Shoshones“ kommen. Sand und Wüste gibt’s zwar auch hier, aber auch viel bewirtschaftetes Land und heiße Quellen.

Zurück am „Interstate 15“ haben wir ein seltsames Erlebnis: Bei einer „Kontrollstelle“ werden alle Fahrzeuge angehalten und befragt, ob man Obst oder Gemüse mit sich führt. Wie wir später erfahren ist der Grund dafür der Umstand, dass California der größte Exporteur dafür in den USA ist und keinen Import duldet. Nachdem wir die Frage höflich verneinen, lässt man uns ohne Problem weiterfahren.

Den letzten Besuch auf unserem Weg westwärts statten wir einer echten „Ghost Town“ ab. In Calico, nahe der Route 66 bei Barstow, stehen wir plötzlich mitten im auslaufenden 19. Jahrhundert … im „wilden Westen“ sozusagen. Nachdem die Stadt in ihrer Blüte an die 4000 Menschen beherbergte (um 1895), leben heute noch 8 Einwohner hier, die das lebendige Museum betreiben. „ Born 1881 & Died 1901“ steht am Ortsanfang, seit 1950 wird die Siedlung restauriert und instand gehalten sowie das Bergwerksleben von damals nachgestellt. Samt Sheriffbüro, Hotels, Stores und einem Saloon, in dem wir als einzigen Gast einen Pfau antreffen – na Prost.

Nun sind es noch ca. 240 km über San Bernadino in die Vorstädte der Großregion L.A., wo wir unseren letzten RV-Park ansteuern, um ihn für die Rückgabe wieder auf Vordermann zu bringen. Es heißt die Tanks (Benzin, Propan, Wasser) aufzufüllen, die Abwassertanks zu leeren und unsere Habseligkeiten wieder zusammen zu raffen. Auch ist nochmals „Waschtag“ angesagt und letzte Internetarbeiten. Die Rückgabe erfolgt problemlos und die letzten Tage in California werden wir bei Verwandten verbringen. So long, RV …. 8500 Kilometer USA liegen hinter uns!

Death Valley