USA - KARIBIK - KANADA 2014

PUGET SOUND

 

Mai / Juni 2014

Ein Fjord, zwei Weltstädte, zwei Länder

Mit Eintritt in den westlichsten Bundesstaat der USA, Washington, über den mächtigen Columbia River bei Portland verlassen wir die tosende Pazifikküste - ohne aber das Meer zu verlassen. In den kommenden Tagen wollen wir Großstadt-Flair und Fjordambiente genießen, die Grenze nach Kanada überschreiten und die beiden „Boom-Towns“ Seattle und Vancouver besuchen. Der „Puget Sound“ im Süden und die „Strait of Georgia“ im Norden gelten als Klimainseln im Fjord, der von mächtigen Gebirgszügen abgeschottet wird.

Dass wir die ländlichen Regionen verlassen haben, erkennen wir schnell am enormen Verkehrsaufkommen und Staus auf der Autobahn Richtung Olympia, Tacoma und Seattle, der zentralen Region hier am Puget Sound. Dieser tief eingeschnittene Fjord ist die Südspitze eines mächtigen Meeresarms, der den gesamten Bereich bis weit nach Kanada umfasst und von mächtigen Gebirgen entlang der Außenküste abgeschottet zu echten „Klimaoasen“ zählt.

Der Besuch Seattles geht auf Kosten der Route über die Vulkan-Nationalparks am Mt. Rainier und Mt. St. Helens … wir haben eigentlich genug von Vulkanen, auch warten anschließend in Kanada noch genügend landschaftliche Highlights auf uns. Die Stadt, die sowohl Boeing als auch Microsoft beheimatet, wollen wir schon besichtigen … auch gilt sie als eine der modernsten Metropolen des Landes.

Vom Camp ca. 40 Kilometer südlich geht es per Bus und Citytrain vom Flughafen in rund 70 Minuten ins Stadtzentrum, Preis für die gesamte Transportation 25,- $ … na da waren wir schon effektiver unterwegs! Okay, es ist auch die futuristische Monorail dabei, die uns zum „Space Needle“ bringt, dem Symbol einer Weltausstellung und dem Motto der Stadt.

Die Auffahrt zum „Ausblicksturm“ startet zunächst mit einer Warteschlange beim Ticketkauf und weiteren 60 Minuten, bis unser Zeitfenster für die Auffahrt dran ist … Preis stolze 38,- $!

In wenigen Augenblicken geht es dann außen am Turm in die Höhe und man kann den Rundumblick auf eine unendliche City, einer überschaubaren Downtown ohne Highlights und den Pazifik genießen. Das war‘s aber auch schon … etwas enttäuschend und unspektakulär, denn nach den Ausblicken in Atlanta und San Francisco sind wir anspruchsvoll geworden … Gerlinde bekommt nicht einmal „weiche Knie“.

Dann ab in die City. Ein kurzer Marsch zur Waterfront, wo uns ein lebhafter Markt am „Pike Place“ erwartet … und ein „Schmankerl“, das Computer, Flugzeug & Co. klar in den Schatten stellt: der 1. Starbucks! „Original“ und (fast) unverändert … ein Besuch samt Kostprobe bei kurzem Anstellen ist Pflicht und eine echte „Gaudi“.

Der Rest ist wieder „durchwachsen“, denn aus der geplanten „Shopping-Einheit“ wird nix, Gerlinde ist auf der Suche nach einem Optiker, weil es Probleme mit den Linsen gibt, wieder nix.  Auch wollen wir einiges an technischen Ausrüstungsgegenständen für die restliche Tour besorgen, weil Seattle angeblich der beste Ort dafür sei … weitere Fehlanzeige, Frust und zurück zum Camp.

Planänderung. Im Internet checken wir die Angebotspalette bei „Walmarts“, entdecken Spezialangebote für „Haircutter“ und planen am nächsten Morgen den Besuch eines „Supercenters“ am Weg nach Vancouver samt Vorräte-Bunkern und Tanken, ehe es über die Grenze nach Kanada geht.

So startet dieser Sonntag – mit vorübergehendem Abschied von den USA – vorzüglich, denn schon nach wenigen Meilen werden die geplanten Aktivitäten positiv erledigt. Und dann geht’s über die „Border“ … rund 30 Minuten dauern Anfahrt, Formalitäten und „Gespräch“ über Reiseziel etc … „welcome to canada – have a good time“!

Für unseren Vancouver-Besuch haben wir uns bereits ausgiebig über die Campingsituation per Internet informiert und uns für den RV-Park am Capilano River in West-Vanouver entschieden … 1:0 für Vancouver! Denn im Gegensatz zu Seattle liegt das Camp ideal und nach kurzem, entspannendem Marsch haben wir Wahnsinnsausblick auf Meer, Brücke, Downtown und Hafen … 2:0 für  Vancouver. Seattle ist ein Moloch ohne Struktur.

Wir werden gleich zu Beginn das Spiel „Vancouver gegen Seattle“ beenden, denn es geht ganz klar mit 9:1 an die Metropole in British-Columbia. Der Rest erklärt sich in den kommenden Eindrücken von selbst. Doch halt! Den Start macht ein Ereignis, das zum Event wird: 31. Hochzeitstag mit verspätetem „Champagner-Frühstück“ (um 14 h) und Champus der Marke „Cooks“ aus California sowie dem Einsatz des neuen Haar- und Bartschneide-Gerätes … Nix wird’s aus dem „Yeti-Dasein“ – Kommentar überflüssig.

Tageskarten für sie „Transportation“ kosten hier in Vancouver 9,75 kanadische Dollars, die sogar etwas günstiger im Wechselkurs zu US-Dollars stehen, und berechtigen zur Fahrt in allen Bussen, Obussen, Trains und dem spektakulären „Sea-Bus“, einer speziellen Groß-Schnellfähre zwischen Downtown und dem Nordufer, die im 15-Minuten-Takt verkehrt.

Der längste Weg ins Zentrum der Stadt, das sich um eine ausgedehnte Landzunge schmiegt und stets zu sehen ist, dauert ca. 40 Minuten, es geht auch in rund 15 Minuten per Schnellbus. Und schon stehen wir im Herzen einer Stadt, die erst kürzlich zur „schönsten und lebenswertesten Stadt der Welt“ gewählt wurde. Na schaun wir mal …

1. Schritt in der City und … schon lacht der 1. Optiker am Weg. Genau 2 Minuten später: „You are lucky“, als der Verkäufer auf die Frage nach der Kontaktlinse in geeigneter Stärke die letzte verfügbare Packung in die Höhe hält … was für ein Start.

An der „Waterfront“ lacht das Herz schon wieder … Railwaystation aus vergangenen Zeiten, Cruise Terminal … alles an Info und Action am „Canada Place“, auch ein Irish Pub – Zeit zur Stärkung. Der Rest im Zeitraffer ob der Fülle: „Gastown“ mit viel Geschichte, Flair und eigener Brauerei. Das „Steamworks Pale Ale“ gibt’s im „Pitcher“ (2 l) zum Happy-Hour-Preis von 16,- CAD.

Chinatown ist höchst historisch, gehört zu den ältesten in Amerika und ist heute mit fast 100.000 Chinesen die Nr. 3 in den USA – außerdem bieten sie das beste Essen. Gesagt – getan. Dazwischen, davor, danach das Herumwandern, Finden, Schmökern, Entdecken … Olympiastadion von 2012, Sports Hall of Fame, Science World und die unendlichen und unglaublichen Blicke auf Meer und Stadt. Den schönsten „erkämpfen“ wir uns bei einem Marsch über die riesige „Granville Bridge“!

Natürlich darf auch ein „Rundum-Blick von oben“ nicht fehlen … 16,- CAD für die „Tageskarte“ … eigentlich ein Fehler nicht auch am Abend wieder zu kommen! Aber die Abende verbringen wir lieber im Camp mit netten Gesprächen bei den Nachbarn, die sich ebenso in großartiger Stimmung befinden … entweder weil sie gerade aus den Bergen kommen oder dorthin wollen … so wie wir. Ab in die Rocky Mountains!