USA - KARIBIK - KANADA 2014

OREGON

 

Mai 2014

Von den Redwoods zum Strand von Oregon

Natürlich hatten wir im Vorfeld von den Landschaftswundern der Nordwestküste der USA gehört, dass dies aber bereits in Kalifornien los geht, „erschwert“ die Reise nordwärts beträchtlich … Scherz beiseite! Mit Überquerung einiger Gebirgszüge der Coastal Range und Eintritt in den Redwood National Park tauchen wir in eine völlig neue Welt, die geprägt von atemberaubenden Küsten, den höchsten Bäumen der Welt und sensationellen Ein- und Ausblicken ist.

Wir queren Nordkalifornien vom Lassen Volcanic NP und nach einigen gewaltigen Passstraßen taucht der Pazifik wieder vor uns auf. Schon der erste Ausblick lässt uns verweilen: Trinidad. Einfach schnell einen Imbiss aus Fisch, Chicken etc. im Food Market besorgen und ein Platzerl direkt beim Leuchtturm mit unglaublichem Ausblick suchen … der Rest ist Staunen bzw. ein Vorgeschmack auf das was kommen wird.

Eigentlich hatten wir uns aus den Planungen auf die berühmte Oregon-Coast gefreut, doch mit Einfahrt in den Redwood NP startet jener „Küstentraum“, der erst weit im Norden enden sollte … oder eigentlich erst in Alaska. Wir haben die schönste Küste der Staaten erreicht und spüren das vom ersten Moment an.

Die Durchfahrt durch den Redwood Park startet mit völlig unerwarteten Fotoshootings auf … nein nicht Bäume, sondern Herden von grasenden Elchen! Sie hocken und stehen nicht weit von der Straße – na klar „Elk Meadow“, diesmal kein amerikanischer PR-Gag!

Und dann wird’s finster, denn die mächtigen Baumriesen lassen kaum Tageslicht durch und so wird es auch fotografisch zu einem schwierigen Unterfangen. Die Mächtigkeit der größten Bäume der Welt ist sowieso nur schwer einzufangen – am ehesten noch beim „Tour Thru Tree“, wo man mit Pkws durchfahren kann!

Wir landen dabei auf einem gewaltigen Camp am Klamath River, wo im August Hochbetrieb herrscht, wenn die Lachse vorbeischwimmen und die Fischer die Angeln auswerfen. Jetzt ist „tote Hose“ und wir bekommen sogar Rabatt ohne nachzufragen … der Campchef war schon einmal in Österreich.

Schon die Grenze zu Oregon präsentiert sich als „State Park“ mit uriger Küstenlandschaft und das sollte so bleiben, denn ein Blick auf die Karte zeigt uns stets jenes grüne Zeichen. Und die meisten der Parks bieten auch die bekannt günstigen Campgrounds an, die wir der Reihe nach abklappern. Problem dabei … alle Camps sind wirklich gut, aber keiner bietet Ausblick aufs Meer, liegen zumeist im Wald oder auf der „falschen“ Straßenseite! Auch das kann Stress bedeuten, denn wenn man sich an der wohl schönsten Küste der USA befindet, dann möchte man auch das Meer vom RV aus sehen.

Am ersten Tag machen wir das Beste aus der etwas zermürbenden Situation, als wir nach Florence (vgl. Florenz) kommen und einen RV-Park an der Innenseite bzw. an der Mündung eines mächtigen Flusses finden.

Doch am 2. Tag fühlen wir uns stolz und glücklich, den „einzigen RV-Park mit Oceanview“ auf 100 Meilen nahe Lincoln City gefunden zu haben … Dünen, Wellen, Brandung, Steilküste und Wind gelten weitgehend an dieser rauen, tollen Küste als Spielverderber.

So genießen wir wirklich das tolle Ambiente am Strand, ein kurzer Marsch ins eiskalte Pazifikwasser erklärt vieles und beim abschließenden Genießen der Abendsonne am RV lernen wir Jim Page und seine Familie kennen, die uns spontan eine Flasche besten Pinot Noir aus Oregon überlassen und uns zu ihrer Ranch südlich von Portland einladen … so ergeht es uns oft hier im Nordwesten.

Das war letztlich der gelungene Abschluss einer Tour durch Küsten-Zauberwelt, wie man sie sonst ganz selten auf unserem Planeten findet – wir finden uns oft in einen unglaublichen Mix aus Norwegen, Irland, Bretagne und Nordspanien versetzt. Unglaubliche Strände wechseln sich mit Steilküsten, Höhlen mit Seelöwen und Vögeln sowie Leuchttürmen ab, viel erinnert mittels Namen an James Cook und die ersten Entdeckungen und immer wieder möchte man schnurstracks aufs Meer losziehen … wenn das Wasser nicht so kalt wäre!

Und umso verwunderlicher ist schließlich die Tatsache, dass nur wenige Kilometer hinter der Küste eine Welt der landwirtschaftlich genutzten Felder und Weinberge wartet … so machen auch wir einen Abstecher nach „Newberg“ mit Ausblick, Tanken und Jause, bevor es bei Portland über eine der unzähligen Brücken über den gewaltigen Columbia River in den Bundesstaat Washington geht …