USA - KARIBIK - KANADA 2014

CALIFORNIA

 

Mai 2014

Vom Sacramento Delta bis in die Sierra Nevada

Endlich wieder ins Wohnmobil, doch spätestens bei Planung der RV-Übernahme bzw. der ersten Tage danach wird uns bewusst, dass wir als erste Hürde ein echtes „US-Vacation-Weekend“ zu überstehen haben, denn der letzte Montag im Mai ist heilig … Memorial Day! Mit anderen Worten – langes Wochenende und schnell Camp suchen. Und da auch die Wetterprognose auf Sommer steht, ergibt es sich, dass wir auf einem herrlichen Plätzchen im Delta des Sacramento River mal ausspannen …

Wir lassen die Metropolregion mit San Francisco, Oakland und Richmond unter vielen Staus und zähem Verkehr hinter uns. Was aber mehr zählt ist der Umstand, dass mit Verlassen der „Bay Area“ sich in kürzester Zeit die Temperatur verdoppelt hat … 30° statt der nebeligen Brise am Pazifik. Hier im „San Joaquim Valley“ weht eine „steife Brise“ aus Südwest mit dem Ergebnis: immer heiß und trocken. Und ein Paradies für Surfer und Kiter!

Das Delta des Sacramento Rivers südlich der Hauptstadt ist eine Klimainsel für Wein, Kühe und Gemüse, für Windsurfer … und für Windräder. California setzt hier voll auf Windenergie und … gewinnt! Im Anblick der unzähligen „Kraftwerke“ denken wir immer an die „Versager“ vom Präbichl … sorry.

Wir spüren die Anstrengung der vergangenen Tage und reagieren endsprechend: Relaxen ist angesagt. Ob der Location doch etwas ungewöhnlich, aber interessant: Wandern im Delta, Beobachten der Surfer und Kiter, Flussleben, Kühe, Vögel, Fische … Foto des Tages wird ein Kormoran, als er einen Fisch fängt und verzehrt!

Für uns werden die Tage im Delta zum Auftakt einer Tour voller Gegensätze, denn nun wartet der vielleicht aufregendste Mix der bisherigen Tour auf uns – von den heißen Ebenen des California Delta ins Gebirge der Sierra Nevada mit Lake Tahoe und Lassen Volcanic National Park!

Nach Fahrt entlang der gepflegten Ufer des Sacramento mit einigen Historical Villages aus der Zeit, als der Westen noch wild war, gelangen wir nach Sacramento, der Hauptstadt des Staates California. Arnie Schwarzenegger wartet nicht mehr auf uns, dafür „Old Sacramento“ … die ursprüngliche Siedlung am Fluss.

Memorial Day … Zeit zum Verweilen … außerdem ist gerade Sacramento Music Festival mit 100 Bands … es dröhnt aus allen Ecken und Enden … „Time for a brake“ mit Fish & Chips, Beer und vielen Fotos, die besten entstehen dabei beim Stabhochsprung-Event – die Olympiasiegerin aus vergangenen Tagen ist höchstpersönlich anwesend.

Jetzt geht es in die Berge … und in welche … Sierra Nevada ist angesagt – der Highway schlängelt sich zuerst noch 4-spurig bergan, doch schon bald wechseln sich gewaltige Steigungen und elegante Kehren mit Turnouts für langsamere Fahrzeuge, zu denen wir offensichtlich gehören, ab.

Es geht in die Höhe, ein erster „Präbichl“, immer wieder bieten sich Outlooks an, ein kühles Plätzchen am Fluss, eine Picnic-Area … dann der Blick auf Lake Tahoe über den Summit in 7382 ft Höhe – pardon 2250 m.

Wirklich unglaublich, was sich hier abspielt, denn auch wenn man bedenkt, dass großes „Vacation-Weekend“ ist, hat sich die Region zu einem Freizeitcenter für alle Jahreszeiten entwickelt. Schon wenige Kilometer später geht es nicht nur entlang eines Rafting-Paradieses sondern auch nach Squaw Valley … Olympic Wintergames, Pepi Stiegler … alles okay?!?

Die europäischen Auswanderer des späten 20 Jahrhunderts bestimmen hier das Bild und haben die Region Nord-Kalifornien zu dem gemacht, was es heute ist – Best Region and a lot of fun. Auch wir haben „a lot of fun“ als wir im Wald von Cromberg landen und spontan zur „Guest-Welcome-Grillparty“ eingeladen werden. Dass der Grillmeister der vorzüglichen Chicken Wings „Bob the Cook“ heißt, ist nur ein kleines Detail – wir haben Freunde hier an der Grenze zu Nevada gefunden.

Natürlich ist hier alles von unserer „sensational tour in the states“ und dem kommenden Highlight „amused“, denn der Lassen Volcanic National Park zählt zu den Highlights jeder Westcoast-Tour. Schon bei der Anreise präsentiert sich der ehemalige Vulkankegel mit Würde und außergewöhnlicher Pracht … „weiß“ heißt hier Schnee! Bis in eine Höhe von fast 2.600 m - pardon über 8.500 ft. –schraubt sich die Straße, den Großglockner haben wir längst überschritten.

Hier ist alles „volcanic“ … zuerst stinkt es nach Schwefel, dann ist der bekannte Walk durch die Sulfurfelder wegen des Schnees noch gesperrt, dafür kann man im „Summit Lake“ auf rund 2.000 m baden … unterirdische Quellen machen es möglich.

Eine Zauberwelt für geografisches Verständnis tut sich auf, man lernt die Geruchswelt ebenso kennen wie die Formenvielfalt von Lava und Eruption, die Auswirkungen von Magmabränden und Proklastischen Strömen. Und eigentlich ist man froh, den Park verlassen zu haben, ehe die stets akuten Notsignale für seismologische Tätigkeiten erneut aufheulen …!

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