USA - KARIBIK - KANADA 2014

CALIFORNIA

 

Mai 2014

If you are going to San Francisco …!

Mit dem Anflug über die Bay Area beginnt der Einblick in ein anderes „America“, denn San Francisco und seine Hügeln gelten als „europäischste“ Stadt der USA. Schon lange bevor die Siedler der Ostküste ihre beschwerlichen Trails „nach Westen“ antraten, hatten die Spanier von Süden her die eindrucksvolle und klimatisch begünstigte Küstenregion am Pazifik „erobert“ und mit der Gründung einer Siedlung dem „Hl. Franziskus“ ein immer währendes Denkmal gesetzt. Auf zu einer eindrucksvollen Erkundungstour per Cable Car, Bus, Taxi und Zug.

Reisetage zählen zum Härtesten solcher Touren und es ist auch diesmal nicht anders. Wir sollten aber bereits über genug Erfahrung verfügen und diese auch einsetzen … was wir auch tun!

Start ist bereits um 6 h südlich von Atlanta um gegen 8 h das Wohnmobil zurück zu geben, was bei amerikanischen Distanzen und der berüchtigten Montagmorgen-„Rush Hour“ um die Metropole unbedingt notwendig ist. So sind wir dank Shuttle von Cruise America bereits um 9 Uhr durch die Sicherheitskontrollen am größten Airport der Staaten und um 10,45 h sitzen wir in der Boeing 757 der Delta Air. Take off 11,25 h.

Der 5-stündige Flug zur anderen Seite des Kontinents vergeht wirklich „wie im Fluge“ und entpuppt sich dank der bereits vor 2 Wochen per Internet durchgeführten Sitzbuchung auf der „richtigen rechten Seite“ als geografische Lehrstunde … sorry … als „Landschaftskino“ oberster Kategorie: Mississippi River, Oklahoma City, Great Plains, die ersten schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains ab Taos, Süd-Utah mit den Nationalparks Canyonlands & Arches, der Great Salt Lake, die Plateaus und letztlich die Schneegipfeln der Sierra Nevada.

Genug Geografie, anschnallen, denn wir setzen pünktlich um 13,15 h am SFO auf … 3 Stunden Zeitverschiebung („Pacific Time“) machen es möglich, dass wir bereits um 14,45 h im gebuchten Adelaide Hostel mitten in der City einchecken. Zur „Feier des Tages“ und mit Rücksichtnahme, dass der Tag bereits rund 12 Stunden „dauert“, nehmen wir um $ 45 ein Taxi vom Flughafen, $ 5 Trinkgeld für die Formel1-reife Fahrt des „black drivers“ … eh schon wissen: Have a nice day! Dabei hätte es gerade hier 2 Alternativen gegeben – BART („Bay Area Rapid Train“) um rund 10,- $ mit Station nicht unweit unseres Ziels oder den Hotel-Sammel-Bus-Shuttle um ca. 30,- … wieder was gelernt. Amerikanische Distanzen kann man in den Hügeln und Straßen von San Francisco relativieren, was wir am kommenden Tag auch tun und eine erste Erkundungstour zu Fuß quer über den Haupthügel bis zum „Fishermans Wharf“ absolvieren.

Am Abend zuvor hatten wir die Umgebung des kleinen, aber feinen und netten Hostels erkundet und erkannt, dass wir nur wenige Schritte von Powell Street und „Union Square“ – dem Herzen der City – wohnen … endlich Bewegungsfreiheit, die wir mit Pizza beim Araber und Happy Hour-Bier beim Thai genießen.

Ein Marsch durch die zentrale Halbinsel von „Frisco“ zwischen Bay und Pazifik ist wie eine „Wundertüte“, denn abgesehen von ein paar markanten Punkten, die wir ansteuern, lassen wir uns treiben. Einige Blocks weiter … und es tut sich wieder eine andere Welt, ein anderes Szenario auf. San Francisco ist ein buntes Kaleidoskop aus rund 400 Jahren Einwanderungshistorie.

So heißen die Punkte aus unseren 2 Tagen Tour Downtown mit besagtem Union Square, Powell & Market Street, Nob Hill, Russian Hill, Telegraph Hill, North Beach („Little Italy“), Fishermans Wharf mit Hyde Street & Pier 45 und 39, Chinatown bis hin zum unausbleiblichen Marsch durch die „Flower Street“, einem kurzen steilen Abschnitt der Lombard Street, die bunt bewachsen und slalomartig für die Autos bergab zu durchfahren ist … Ein „Must to do“ sozusagen. Ebenso wie die Fahrt mit dem berühmten „Cable Car“ – drei Linien sind noch in Betrieb und sind vor allem ein Touristen-Highlight. 6,- $ kostet der Spaß für eine einfache Fahrt inkl. teilweise langes Schlange stehen … ja wenn man nicht so wie wir den Interneterfahrungen folgt, einfach 2 bis 3 Stationen nach den Endstationen zusteigt und oft auf hinterer Plattform steht oder sich außen an die Waggons hängen kann! Da rechnet sich dann die Tageskarte für alle Transportmittel um $ 15.

Fishermans Wharf gehört zur „Touristenfalle“, durchspazieren genügt … Highlights dabei eine Fischsuppe aus dem „Brot-Schüsserl“ oder ein Blick auf die Seelöwen-Kompanie am Pier 39 – ein stinkender und ständig brüllender Haufen von „Fleischhaufen“!

Da gibt ein Besuch des National Park Centers am Pier Hyde Street mit alten Schiffen und Geschichten aus den Anfängen schon mehr her (vor allem wenn man dringend ein WC benötigt …!) oder gar der Ausblick vom „Coit Tower“ am Telegraph Hill, wohin man mit dem Bus gelangt und gratis mit einem uralten Aufzug – samt „Horrorgeschichten“ vom ständigen Steckenbleiben der engen Liftkapsel – nach oben gebracht wird: Ausblick rundum auf Stadt, Pazifik, Bay … und natürlich „die Brücke des Landes“: Golden Gate Bridge präsentiert sich in diesen Tag trotz herrlichen Schönwetters aber stets in einer Dunsthülle, die von der kalten Pazifikluft produziert wird.

 

So auch beim abschließenden Highlight auf der Weiterfahrt, als wir viel Mühsal und lange Staus auf uns nehmen, um mit dem nun wieder gemieteten Wohnmobil nordwärts selbst über die „Golden Gate“ zu fahren. Hier an Nahtstelle zwischen Pazifik und San Francisco Bay bekommt man die Eigenheit des Klimas mit, denn während vom offenen Meer wirklich kühle Luft um die 15°C hereinbläst, ist es an der Innenseite der Bucht angenehm und bereits 50 km östlich sehen wir uns trockenen Temperaturen von 30°C ausgesetzt.

Nicht aber ohne vorher ebenfalls mit viel Mühsal einen „geografisch höchst bedeutsamen“ Blick in die San Andreas Verwerfung zu werfen, der größten sichtbaren, kontinentalen Störungslinie des pazifischen Feuerrings. Hier können aber nur Luftbildaufnahmen den wirklichen Eindruck vermitteln, denn die „Spalte“ ist dicht bewachsen, mit Seen gefüllt und eigentlich nur für „Walker“ und „Biker“ zugänglich.

 

Dafür finde ich bei der Anfahrt aber Antwort auf eine der wichtigen Fragen zur US-Musikgeschichte … nämlich dass eine als Country- bzw. Bayou-Band gehandelte Kultband meiner Jugendtage hier aus der Region – nämlich Berkeley – stammt: Creedence Clearwater Revival, kurz CCR. So soll das Motto der weiteren Tour ganz klar heißen: Long as I can see the light … Keep on Chooglin‘ … oder doch: I heard it through the grapevine.