USA - KARIBIK - KANADA 2014

NEW ENGLAND

 

Juli 2014

Letzte Tage in New England mit Verwandtenbesuch

Mit Rückkehr in die USA warten noch die Bundesstaaten Maine, New Hampshire und Massachusetts samt Boston und Verwandtenbesuch nahebei auf uns … „New England“ heißt dieser Landstrich und hier wirkt alles wirklich „very british“ bzw. irisch. Die älteste Metropole des Landes findet sich in Boston, dessen historischer Kern sich von allen amerikanischen Städten unterscheidet. Hier schlug und schlägt noch heute oftmals das amerikanische Herz höher und mit der Havard University befindet sich die große „Talenteschmiede“ in unmittelbarer Stadtnähe. Für uns ist die Stunde des Abschiedes von unserem getreuen Weggefährten, dem 30-ft-RV, gekommen und mit Hilfe von Fam. Brady, einer Cousine Gerlindes, werden sowohl die Rückgabe als auch die letzten Tage und der Transport zum Flughafen eine angenehme Sache.

New England und Boston gelten gewissermaßen als Geburtsstätte der Vereinigten Staaten und die Kolonialisierung Neuenglands begann Anfang des 17. Jh. zunächst an der Küste, die ersten Siedlungen wie Boston oder Salem folgten schon bald darauf. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Boston zu einem der wichtigsten Häfen Amerikas und die Unruhen im Zusammenhang mit der sogenannten „Boston Tea Party“ im Jahr 1773 gelten als Auslöser für den Unabhängigkeitskrieg, der 1776 zur Unabhängigkeitserklärung führte. Soviel sollte man von der Geschichte der USA wissen, um Landschaft und Zusammenhänge zu verstehen.

Die letzten 500 Meilen unserer 9.000-Meilen-Tour von der Westküste stehen also klar im Zeichen jener Region, wo die „Wiege der Nation“ stand und die wiederum stark an das Gegenstück jenseits des Atlantiks erinnert.

Ehe wir nahe Boston unser „großes Abenteuer“ beenden, durchfahren wir zuerst noch eine verschlungene Küstenlandschaft im Bundesstaat Maine, deren Besiedelungsdichte ab Belfast bzw. dem Nobelort Bar Harbour zusehends dichter wird. Spätestens ab Portland beginnt dann jener dicht verbaute Küstensaum, der sich entlang der gesamten Ostküste bis Florida zieht … die städtische Zone hat uns also wieder.

Zwar unterbrechen immer wieder großartige Strandbereiche die Verbauung, aber hier regieren schon ob der enormen Menschenmassen im Hinterland Tourismus und Strandfeeling a la Caorle und Mallorca. So geht es für uns recht flott südwärts, wir durchfahren die Staaten Maine, New Hampshire und Massachusetts, ehe wir an der Grenze zu Rhode Island die letzten Tage bei Verwandten Gerlindes verbringen.

Boston selbst besuchen wir auf dem Weg dorthin per Wohnmobil und Subway, wobei es wieder eine erzählenswerte Story gibt, als wir schon etwas entnervt einen Abstellplatz für das RV suchen und bei einer Kirche fündig werden. Nachdem wir die offizielle Erlaubnis zum Abstellen haben, nimmt uns bei brütender Mittagshitze auch noch eine nette Dame samt Umweg zur U-Bahn-Station mit.

In Boston steigt man mitten im Geschehen aus den U-Bahn-Katakomben hoch und findet sich wie gesagt im „Herzen der USA“ wieder. Wir folgen einer bestens dokumentierten Fuß-Runde namens „Freedom Trail“ mit zahlreichen historischen Stätten zwischen Parlament, Stadtpark bis runter zum Hafen, wo wir uns im „Quincy Market“ laben.

Die schwüle Hitze ist unser größtes Handicap … Gottseidank ist die Wetterprognose nicht eingetroffen, denn für heute waren bereits Gewitter und Starkregen prognostiziert worden. Am Heimweg statten wir noch der „Harvard University“ einen Besuch ab, wo sich auch im Sommer Riesenscharen an Menschen, zumeist Jungstudenten und Schulabsolventen, tummeln und per Taxi gelangen wir wieder zum RV, ehe wir uns in den abendlichen Stau um die Metropole werfen.

Der prognostizierte Regen kommt dann in der Nacht, da haben wir aber schon gemütlich Quartier bei Gerlindes Cousine und ihrer Familie in Fall River bezogen. Per TV erfahren wir am kommenden Tag die Ausmaße der Unwetter im Süden Massachusetts, einige Städte stehen unter Wasser, wir aber sind dank guter Lage auf einem Hügel unbeschadet.

Die Rückgabe des RV an der Cruise America-Station bei Boston wird dank der Unterstützung von Fam. Brady ebenso einfach wie der Weg zum Flughafen in Boston, von wo aus wir einen Flug nach New York, der letzten Station unserer Reise, haben. Vorher verbringen wir aber noch tolle Stunden mit Erkundung der von tiefen Meereseinschnitten dominierten Gegend bei Bristol in Rhode Island sowie den letzten Einpackarbeiten, die sich schon durch die in 15 Wochen angesammelten Dinge als nicht sehr einfach herausstellen. 23 kg im Flug- und 12 kg im Handgepäck sind nicht gerade viel … aber eines vorweg: mit Hilfe der äußerst kulanten Air France bringen wir schließlich 75 kg ohne Zusatzkosten nach Österreich – voila und merci.