USA - KARIBIK - KANADA 2014

DURCH DIE KARIBIK Teil 1

 

April 2014

Wenn es plötzlich Sommer wird zu Ostern …

Es gehört zu jenen Phänomenen wie Mitternachtssonne in Skandinavien oder Silvester am Strand im Pazifik, die sich einfach nicht beschreiben lassen … das muss man selbst erleben. Die Rede ist vom plötzlichen Erreichen des Sommers im April, was heißt Sommer … tropischer Sommer mit warmen Nächten, Feuchtigkeit und Klimaanlagen, die auf Hochtouren laufen … welcome Karibik!

 

Wenn man sich entschließt, die Karabik auf die wahrscheinlich angenehmste und romantischste Art kennenzulernen – nämlich auf dem Wasserweg per Luxus-Kreuzschiff – dann sollte man sich auch bewusst sein, dass dies eine eher kostspielige Angelegenheit werden kann. Dazu später aber mehr.


Wir düsen nach Abflauen des morgendlichen Verkehrschaos recht flott zum Port of Miami, wo die Ozeanriesen aufgefädelt daliegen. Terminal F heißt unser Ziel, hier wartet mit der MSC Divina eines der größten Exemplare dieser Art. Toll ist, dass wir unser Gepäck sofort einchecken können, obwohl der Personenzugang erst am Nachmittag startet. Wie vereinbart treffen wir uns mit Freunden aus Trofaiach, die eher zufällig auch die gleiche Tour gebucht haben und sich als echte Kreuzfahrt-Profis entpuppen … man kann nur lernen, denn am Anfang prasseln viele Dinge fast überfallsartig auf uns ein, wie wir noch erfahren sollten.


So starten wir statt auf den Check-In zu warten per Taxi zurück nach Miami Beach, gönnen uns noch einige gemütliche Stunden im Art-Deco-District und am heute prall gefüllten Strand … es ist Palm-Samstag bei 28°C.


Um 15,30 h geht’s zum Einchecken - bei den gewohnten Sicherheitschecks büßen wir eine halbe Flasche Merlot ein (man kann sie bei Rückkehr wieder abholen!) dann marschieren wir an Bord und zur Kabine, wo 3 der 4 Gepäckstücke warten … nur der umgeladene Rucksack mit dem Computer- und Foto-Equipment fehlt … offensichtliches Problem dabei: drinnen ist auch eine Flasche besten Bushmills-Whiskeys !?! Die Sache spitzt sich zu, als um 19 h der Rucksack immer noch nicht da ist. So wird der Start in Miami eine Wechselübung zwischen Oberdeck (16) und Rezeption (5), zwischen tollen Fotos bei der Ausfahrt und Stress mit der Security … um 20,30 h ist er plötzlich da – mit dem Whisky (!) … möglicherweise, weil die US-Security von Bord ist …!


Zuvor konnten wir auch in die Dinnersitzung unserer Bekannten wechseln … na dann kann das Abenteuer Karabik-Kreuzfahrt starten!


Das Essen zählt zu den Inclusiv-Highlights an Bord, Self-Service-Buffets und Bedienungs-Restaurants stehen wahlweise zur Verfügung und das Abendessen ist Höhepunkt des Tages: 4 Gänge vom Feinsten, immer mit Thema. Das Gala-Diner mit Captainsbezug bestreite ich ausnahmsweise in Hemd und kurzer Hose … das hätte es früher sicher nicht gegeben … da war Anzug mit Schlips Pflicht.


Und – wie bereits erwähnt – alles weitere kostet, und das nicht wenig. Einige Beispiele: Glas Bier zw. 5,- und 6,-, Cocktails 7,- bis 10,-, Wasser 3,- bis 4,- usw. alles in US $. Eine Flasche Wein zum Abendessen ab 25,-, eine Stunde Internet 30,- und von den Wellness- und Spezialangeboten reden wir gar nicht. Da macht es Sinn sich Voucher für Bier (14 für 62,-) oder Getränke (15 für 72,-) zu besorgen … oder es wie unsere lustigen Schweizer Tischnachbarn zu machen: Premium-Paket für alle Getränke im Glas an Bars und im Restaurant … um stolze US $ 57,- plus Steuern – pro Person und Tag! Bei einer 2-wöchigen Kreuzfahrt kommt da einiges zusammen … man gönnt sich ja sonst nichts. Da bleibt einem wenigstens der Spruch der ersten Tage in Erinnerung: „Always Zero“ … wenn es per Bordcard ans Zahlen geht! 


Nach Ausfahrt von Miami geht es vorerst in einem „Tag auf See“ an Kuba vorbei südöstlich und dann westwärts bis Jamaica, wo wir am Morgen des 3. Tages bei Falmouth an der Nordküste anlegen. Wir buchen lediglich den Shuttle-Bus nach Montego Bay und verbringen lustige Stunden mit Strand und Wellenbad, mit Bier und Rumverkostung … und mit Kennenlernen der doch lockeren Fahrtechnik unseres Bus-Drivers. Warum immer nach vorne schauen, er kennt die Route sowie auswendig. Ansonsten hält sich die Kontaktaufnahme mit Land und Leute in Grenzen …


Dies ändert sich auch am nächsten Morgen in Georgetown, der Hauptstadt der Cayman Inseln, nicht. Hier geht es per Tenderboot an Land, wo man ins Gewühl von Shopping Malls und Duty Free Paradiese eintauchen kann und muss … etwas anderes gibt’s  hier nicht. Die Caymans sind berühmt für Rabattshopping und Steuerfreiheit, bei völlig überhöhten Ramsch-Preisen kann man leicht 40 bis 50 % Rabatt geben. Außerdem beschränkt sich das seriöse Angebot auf Uhren, Schmuck und Diamanten. Den Rest kannst du vergessen … ebenso wie die tropischen feucht-schwülen Verhältnisse, die den österlichen Europakörper doch einigermaßen belasten. Immerhin sind wir ganz und gar freiwillig hier …


Und die Sache mit den karibischen Traumstränden halten wir inzwischen für den „Touristik-Gag“ des Jahrhunderts … nix für ungut.