Obstmädchen am Strand von Sihanoukville

ROUND THE WORLD

KAMBODSCHA

Jänner 2008

Relax bei den Strand-Kindern von

Sihanoukville

 

Den Kambodschas, die wir bisher kennen gelernt haben – „Kambodscha Kultur“ & „Kambodscha Armut“ – folgt nun Teil 3: Kambodscha Strand. Nur eines kann auch das schönste Meer, der herrlichste Sand und der eindrucksvollste Sonnenuntergang nicht wegleugnen – schon wenige Meter von den touristischen Trampelpfaden entfernt beginnt wieder diese bedrohliche Mischung aus Elend plus Dreck.


Allerdings befindet sich Sihanoukville mit seinen tollen Stränden ganz stark im Umbruch. Überall wird gebaut, gepflastert, restauriert, geputzt, in Stand gesetzt … es geht ganz klar aufwärts am Golf von Siam.


Von Phnom Penh kommend rattern wir 240 km mit dem A/C-Stockbus in 4 Stunden Richtung Süden, denn die kambodschanischen Straßenverhältnisse sind noch katastrophal. Da wir bei allen Hotels mit guten Angeboten kein Zimmer mehr bekommen haben (Hochsaison!), gehen wir auf „Nummer sicher“ und nehmen ein Angebot in der Travelagency an: Leng Meng Bungalow Hotel um 35,- USD per Room …. aber direkt am Strand, wie man uns versichert, und „new“ … was immer das heißt!?!


Ankunft in Sihanoukville um 13 Uhr bei enormen Temperaturen und der zugesagte Pickup ist nicht da. Nach wenigen schweißtreibenden Minuten lösen wir fast einen „TukTuk-Krieg“ aus, als wir das Angebots eines außerhalb stehenden Fahrers annehmen, zu dem wir uns dann schleppen. Und die „Strandstraße“ – sofern man diesen Ausdruck für die Lehm-Schlagloch-Rinnsal-Piste überhaupt verwenden darf – lässt uns nix Gutes ahnen.


Wenigstens hat man uns erwartet und bringt uns zu unserem Bungalow, d.h. zu jenem ¼ davon, das uns gehört: 4 mal 3 Meter mit Doppelbett, Badezimmer und Klimaanlage. Sicher nicht mehr ganz neu, aber alles sauber und okay – also ab zur Bar und zum Strand direkt  davor.


Da wir beschlossen haben, hier 6 Nächte zu verbringen und endlich mal auszuspannen, werden wir uns mit den Gegebenheiten einfach abfinden und es wird mit jeder Stunde und jedem Drink besser. Denn schön ist es ja hier am Derendipy-Beach, wie wir frohen Mutes in den kommenden Tagen feststellen werden …. ein kilometerlanger schneeweißer Sandstreifen mit je nach Wellengang zwischen 1 und 10 Meter, umspült von einem großteils sauberen und weit über 30° warmen Meer. Dazu ein Gewusel an Strandhungrigen und Einheimischen, die alles an den Mann bringen wollen (Achtung! Gewöhnungsbedürftig!), was man halt so braucht oder auch nicht – Früchte, Seafood, Handwerk, Ramsch, Massage, Maniküre, Pediküre, Enthaarung ….. ?!?


Wir lernen am 2. Tag einen Schweizer namens Oliver kennen, der schon seit 18 Monaten um die Welt fährt (Südamerika, Südafrika), jetzt seit 6 Monaten in Südostasien weilt und uns in den ersten gewöhnungsbedürftigen  Tagen ein guter Ratgeber ist, oder die 2 jungen Kanadierinnen, die wir schon auf dem Boot am Tonle Sap getroffen haben …. Ergebnis: schon bald haben wir unsere eigene „Fuß- und Handpflegerin“ (Preis pro Einheit meist 2 USD), eine Lieferantin ausgezeichneter „Lobster“ (Gaumenschmaus!) und unser ganz entzückendes „Obstmädchen“ Srey Rith (Spezialistin für Ananas, Papaya, Mango und Bananen) und eigentlich danach weitgehend „Ruhe“. Die Kinder hier sind übrigens Teil eines Projektes (von der EU mitfinanziert), um sie von der Straße wegzubekommen und ihnen eine ordentliche Schulausbildung zu ermöglichen.


So werden es herrliche entspannende Tage, der kühlende Wind vom Meer lässt uns die Hitze vergessen und die äußerst niedrigen Preise in den mehr als 100 Strandbars, die ihre Stühle und Sessel ganz einfach in den Sand setzen, tragen dazu dabei, auch etwas sorglos mit den konsumierten Mengen umgehen ….. siehe „Kambodia Teil 1“. Aber ein ausgezeichnetes offenes Bier (0,3) um 0,55 € oder gute Speiseportionen zwischen 2 und 3 € findet man an unseren Stränden ja wohl nirgends mehr.


Natürlich ist auch Prostitution hier ein Thema. Mit Erfahrungswerten können wir nicht aufwarten, aber wer mit offenen Augen in die Welt blickt, sieht genug ….!


Praktisches Service ist auch die hauseigene „Laundry“, wo wir unsere Kleidung um 1 USD pro Kilo wieder auf Vordermann bringen lassen, um für die restlichen Abenteuer unserer Tour wieder gewappnet zu sein. Der Abschied von Oliver fällt ebenso schwer wie von den beinahe vertrauten Kindern und Frauen am Strand, ehe es wieder per Bus zurück nach Phnom Penh und unserer letzten Station – Vietnam – geht.