2015 - Besuch in der Westslowakei

HITZEGETRÄNKTER STOPP AUF DEM WEG INS BALTIKUM

 

Es ist brutalster Hochsommer mit Temperaturen über 35°C beim Start zu unserer bereits 3. Baltikumreise nach 2010 und 2011 – und diese höchst anstrengenden Bedingungen „verfolgen“ uns auch auf dem 1. Teil unserer Route bis in die Westslowakei.

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Schwachstellen am Wohnwagen

 

Zuerst gilt es aber noch die letzten technischen Schwachstellen am Wohnwagen zu beheben, denn nach über einem Jahrzehnt Pause haben wir uns wieder entschlossen auf den guten, alten Bürstner Ventana, Baujahr 1998, umzusteigen. Und da er in den letzten Jahren vorrangig „abgestellt“ war, waren einige Adaptionsarbeiten notwendig ...  Pickerl, Service, neue Reifen und v.a. eine Totalerneuerung der Wasserpumpanlage.

Und die letzten Reparaturen erledigen wir noch auf der Anreise beim „Campertreff“ in Leoben, wo uns kompetent und engagiert geholfen wird, plus Kurzbesuchen bei Libro (Lesestoff) und ÖAMTC (Ausrüstung, Infomaterial und Karten) ... Slowakei-Vignette bekommen wir leider nicht, was nach 250 km ersten Stress bedeutet, da wir unkonzentriert an der letzten Tankstelle in Österreich vorbeirasen ...

Vignettenkauf in der Slowakei

 

Zu unserer Überraschung und Entspannung haben die Slowaken ganz neu direkt am Grenzposten eine Verkaufsstelle für Autobahnvignetten eingerichtet und – auch wenn der Verkäufer uns eine zusätzliche Vignette für den Anhänger aufschwatzen will, obwohl wir unter 3,5 t Gesamtgewicht liegen – so ersparen wir uns Ärger und Sorgen. Auf nach Bratislava ...

Eigentliche Routenplanung gibt es bislang nur ungefähr, unser erstes Ziel soll ein netter Platz am Wasser mit Ausflugsmöglichkeiten sein und wir beschließen auf der Autobahn Richtung Zilina ins Tal der Vah (Waag) zu fahren. Temperaturen von über 30° begrüßen uns und wir beginnen nach rund 100 km mit unserer Campingplatz-Suche.

Erfolgreiche Campsuche im Waagtal

Hitze und Pech bringen etwas Stress, aber nach einigen Manövern mit unserem Gefährt finden wir in Trencin einen recht ansprechenden Platz am Fuße der eindrucksvollen Burg ... und auf einer Insel im Fluss Wah (Waag) gelegen. Die Zufahrt ist allerdings abenteuerlich, kaum Hinweisschilder, nur das Fußballstadion bietet Anhaltspunkt und Orientierung. Die Zufahrt ist eine riesige Baustelle mit enger Brückenpassage und der Campingplatz entpuppt sich als nette Idylle mit postkommunistischem Charme ... v.a. preislich.

Der Stellplatz kostet 18,50 € inkl. Strom & Dusche – Standort frei wählbar – dazu bietet uns das nahe Flußbad tolle Abkühlung und die lustige Kneipe im Camp großartiges Bier vom Fass, die „Halbe Dunkles“ frisch gezapft um unglaubliche 1,- € ... in Worten: ein Euro!

Das Programm der kommenden Tage hält sich ob der Temperaturen bis zu 38,5° (höchster Wert aller unserer Reisen am Kontinent mit Ausnahme Griechenland!) in überschaubaren Grenzen und Mengen ... viel Relaxen und Ruhen nach den vergangenen harten Tagen und Wochen.

Stadtbummel und Burgbesteigung

 

Natürlich nutzen wir die relativ gemäßigten Temperaturen zu einem vormittäglichen Besuch auf der nahen Burg, die wir in wenigen Minuten zu Fuß erreichen. Der Weg durch die Altstadt dorthin entpuppt sich als Spaziergang durch eine nach vielen Restaurierungsversuchen wieder sehr ansehnliche Kulisse in altem K&K-Stil. Viel Ambiente und ebensolches Leben lädt zum Flanieren und Verweilen ein ...

Die Burg aus dem 11. Jahrhundert spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte des Königreichs Ungarn, vor allem während der Türkeneinfälle. Heute ist das Burgareal Bestandteil der Ausstellung des Museums Trenčín. Neben dem Palast und dem Matthäusturm kann man die Kanonenbastei, den Hungerturm und das Burglapidarium besichtigen. Im Burgareal werden verschiedene Ausstellungen, Konzerte, mittelalterliche Spiele und attraktive Nachtbesichtigungen der Stadt veranstaltet.

Ausflug in die Berge und Open-Air-Kino

Am kommenden Tag starten wir zu einem Ausflug in die Berge im Osten mit dem Schloss Bojnice sowie dem ethnografischen Dorf Cicmany und einem Mittagsmenü um 3,15 € ... ehe uns die Hitze erfasst.

Nach ausgiebigem Bad in der Waag kommen wir am Abend bzw. in der Nacht in den (für Campgäste) kostenlosen Genuss einer Vorführung im "Open-Air-Kino", das mitten im Camp aufgebaut wird. Spannend wird für uns allerdings die Tatsache, dass die Filme im Originalton mit Untertiteln laufen ... in Slowakisch natürlich!?!

Flucht vor der Hitze

 

Und dann stellt sich die Frage, was wir ob der weiteren Hitzewelle machen werden?

In die Gebirge der Ostslowakei bei Presov (wie ursprünglich angedacht), dann über Polen nach Litauen oder doch gleich weiter direkt ins Baltikum und ans Meer? Das Duo Hitzewelle und Meer gewinnt klar.

So geht es also in alt bewährter „Nordlandmanier“ auf die Straße ... und auf welch historische: „Via Baltica“!