The beach is a road

ROUND THE WORLD

NEUSEELAND

Jänner 2008

Abschied von Neuseeland

 

Erster Tag des Abschieds von Neuseeland: 2. Jänner - Tatort: Auckland.
Die „City of Sails“ präsentiert sich an diesem neuseeländischen Feiertag vorerst ruhig und mit 20°C durchaus angenehm. Wir haben noch etwas Zeit bis zum Abflug von Alex und Nick, also flanieren wir durch das Viertel am Hafen und die quicklebendigen Piers am völlig neu restaurierten Fähr-, Yacht- und Segelhafen. Auckland ist eine Metropole mit fast 1,5 Millionen Einwohnern, die an einer Landenge auf rund 50 Hügeln – eigentlich erloschenen Vulkanen - malerisch ausliegt.
Überragt wird die City vom „Sky Tower“, dem mit 328 m seit 1997 höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre …. weil sich einige Busse mit Japanern am Eingang scharen, verzichten wir auf das zweifelhafte Vergnügen eines Ausblickes und flanieren lieber durch das „Viaduct Basin“. Dieser völlig neu gestaltete Hafenbereich war 2000 und 2003 Austragungsort des „America Cups“ – zu Recht, denn die „City of Sails“ gehört zu den exklusivsten Segelrevieren der Erde.
Für unsere Jungs geht’s aber in ein anderes „Revier“ – die Lüfte. Einchecken bei Eva-Air steht auf dem Programm, nach einem letzten Abschiedslunch sind noch 25,- NZD für die Ausreise (Departure Fee) zu berappen und pünktlich um 15,45 Uhr hebt die Boeing 747 in den leicht bewölkten Pazifikhimmel ab. (Anm.: Nach Zwischenstopps in Taipeh und Bangkok und insgesamt 26 Stunden Flugzeit landen sie pünktlich in Wien bei -3°C und leichtem Schneefall …. Abschied Nr.1 !)
Bevor auch wir uns von Neuseeland mit dem Flugzeug Richtung Australien verabschieden, wartet noch die ca. 650 km – Rückfahrt über die Nordinsel bis Wellington auf uns ….. nochmals 10 Autostunden und 2 Reisetage Zeit, um uns von den großartigen Landschaftsbildern und Naturwundern zu verabschieden.
Wir wählen diesmal die Landroute über Lake Taupo und die Ostseite des Tongariro Nationalpark, fühlen uns stundenlang nach Hobbingen, ins Auenland und Mordor zurückversetzt und genießen tolle Ausblicke auf die Vulkanwüste südlich von Turangi, wo wir wiederum tolles Quartier am Fluss gefunden haben. Wir befinden uns dabei übrigens in der „Trout Capital of the World“ …. no na!
Ein besonderes Erlebnis genießen wir bei Foxton, wo wir zuerst dem Städtchen samt Windmühle und Flachs-Museum einen eher biederen Besuch abstatten und uns stärken, ehe wir am Strand Foxton-Beach 5 flotte Kilometer direkt am Sandstrand dahinzischen …. „The beach is a road“ ist hier die Devise. Jeder, der sich in der Lage fühlt, kann unter Einhaltung gewisser Verhaltens- und Fahrregeln am kilometerlangen breiten Sandstrand die Fahreigenschaften seines Autos testen ….. auf die Kitesurfer sollte man bei den herrschenden Wellen- und Windverhältnissen aber besonderes Augenmerk werfen!
Zurück in Wellington verleben wir noch einen gemütlichen Abend im Hause von Adi Ebner (Anm. zu früherem Text: mein 1962 ausgewanderter Onkel aus Trofaiach / Obersteiermark / Österreich) mit vielen Geschichten und lustigen Schmankerln aus seinem Leben.
Einen kleinen Einblick in sein sehr bewegtes und ereignisreiches Leben am andern Ende der Erde konnten wir dabei gewinnen, wir durften tolle Tage im Kreise „seiner“ recht großen Maorifamilie samt Weihnachten und Hangi-Essen verbringen und einige ihrer Gepflogenheiten kennenlernen – auch mit allen sprachlichen Lernprozessen, die wir dabei erlebten.
Die Touren über die Doppelinsel brachten uns viel Sehens- und Erlebenswertes, die von Nick vermittelten „Herr der Ringe“-Geschichten und die Suche nach den Original-Drehplätzen machten uns fast zu Fachleuten und ganz sicher zu Fans. Und für Abenteurer und Reisefreunde stellt Neuseeland sowieso besonderen Anreiz dar, inklusive jenem Hauch von Sorglosigkeit und Leichtigkeit des Seins, an den wir Europäer uns doch immer erst gewöhnen müssen.
Am 4. Jänner heißt es auch für uns Abschied nehmen, als sich die Boeing 737 von Quantas in den bewölkten Himmel über der Maori-Insel schraubt.
„Kia Ora“ Neuseeland.