ROUND THE WORLD

TAHITI

November 2007

La ora na ... guten Tag Tahiti!

Unser Südseeabenteuer startet – wie erwartet – bereits am LAX, dem überdimensionalen Airport von Los Angeles. Abenteuerlich deshalb, weil am gesamten International Airport die Adaptierungsarbeiten nach „09-11“ laufen – kein Vorteil, denn nach der ersten vergeblichen Suche nach einem Quantas-Schalter und dem eher gemütlichen Einchecken bei „Air Tahiti Nui“ muss man zuerst in die Warteschlange und dann samt Gepäck durch die Sicherheitssperre …. eh schon wissen …. bis auf die Socken.

Nach einer Stunde sind wir durch und lassen uns am Terminal zu unserem Gate nieder …. eher entspannt-neugierig als gespannt-nervös!

Der Airbus 340 wartet dann weit draußen auf einem Nebenterminal, denn Tahiti gehört sicherlich nicht zu den Hauptdestinationen im Pazifischen Raum. Der Jumbo ist zu 2/3 gefüllt, also können auch wir uns auf 4 Plätzen ausbreiten und dann zischen wir los zum 8-stündigen Flug in die südliche Hemisphäre unseres Globus. Nach ca. 5 Stunden überfliegen wir – laut Bordcomputer – mit 840 km/h in 10.972 m Höhe bei -52°C den Äquator, wir stoßen mit einem Gläschen Chardonnay an.

Beim butterweichen Aufsetzen in Papeete hat es 27°C um 19,30 h und wir sind 11 Stunden hinter der MEZ zurück. Blumenmädchen und Tahiti Music erwarten uns beim Eingang, beim Zoll geht’s für uns EU-Bürger ganz rasch, denn hier hat Frankreich das Sagen! Leider auch beim Preis, wie wir kurz darauf beim Autovermieter Avis feststellen. Dennoch mieten wir vorerst für 1 Woche ein Auto (Ford Fiesta Airconditioned), zumal das bestellte Taxi von der über Internet gebuchten Unterkunft ausgeblieben ist. Sorgenfalten gibt’s dann auch, weil der Bankomat uns per Kreditkarte kein polynesisches Geld auswirft …. Laut Info gibt es aber internationale Geldmaschinen in der Stadt.

Wir starten in die tahitianische Nacht und erreichen nach 10 km unsere vorerst für 1 oder 2 Nächte gebuchte Pension „Chez Armelle“ am Strand. Von diesem und vom Meer sehen und hören wir aber vorerst nichts, dafür aber eine Reihe dunkelhäutiger Menschen, die sich schön langsam unserer Anwesenheit bewusst werden. Ein Zimmer bekommen wir auch, das einzige mit „private bathroom“ zu vergleichsweise günstigem Preis …. leider werden unsere Nasen vom Duft frischer Farbe von den eigentlich erwarteten Gerüchen abgelenkt. Wir versuchen aber locker zu bleiben, uns des langen Reisetages bewusst zu werden und entspannen uns bei einer Flasche Syrah Francaise auf der trotzdem urigen Terrasse.

Am nächsten Tag wird uns vieles klar. Eng ist es wirklich hier am Stadtrand von Papeete und auch von Strand und Meer sehen wir jetzt mehr, allerdings nur einem schmalen Streifen. Die Pension ist zwar sehr nett, hat aber kein Zimmer zum Meer hin und nach dem typisch französischen Frühstück auf der Terrasse (Selbstbedienung und auch selbst abwaschen!) beschließen wir weiter zu fahren - vorerst einmal die West- und Südküste entlang der hellblau leuchtenden Lagune. Und dieser Ausblick ist es dann auch, der uns schon nach 30 km zum endgültigen Verweilen animiert, als wir bei der „Hiti Moana Villa“ einbremsen, um uns mal zu erkundigen und den wirklich idyllischen „Lagoonview Bungalow“ mit Namen Tifanie für 3 Tage angeboten bekommen. Fußfrei zum Pazifik und wirklich hübsch. Pazifik-Feeling pur, Preis okay . Pikanterie am Rande, die Unterkunft hatten wir sowohl im Internet als auch im Reisebüro bereits angeboten bekommen, aber die Realität übertrifft dann eindeutig alles …. wir sind „angekommen“!

Nach einem ersten Bad in der Lagune und im Pool können wir uns mal total entspannen und um uns der beneidenswerten Situation und „Location“ bewusst zu werden wühlen wir erst mal in der geographischen Statistik – wo sind wir eigentlich gelandet?

Mitten im Südpazifik, über 17.000 km von Europa bzw. 7.000 km von Amerika und 6.000 km von Australien entfernt! Tahiti und die Inselwelt von Französisch-Polynesien (118 an der Zahl) bedecken mit einer Gesamtfläche von nur 4.000 km² ein Gebiet von der Größe Europas und dass wir es mit tropischem Klima samt maximaler Sonneneinstrahlung zu tun haben, bemerken wir ebenso sofort, wie auch die Tatsache, dass die Temperaturen vom Passatwind angenehm „gekühlt“ sind …. 26 bis 27°C tägliche Durchschnittstemperatur und Tagestemperaturen von weit über 30°C gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit sind dennoch in den ersten Tagen für uns schweißtreibend. Auch die Wassertemperatur in der Lagune dient vor allem am Nachmittag nicht mehr der Abkühlung, da muss schon der Pool herhalten. Wir stehen jetzt am Beginn des Sommers hier, der erfahrungsgemäß feuchter ist als der „Winter“, richtig heiß wird’s dann von Jänner bis April.

Das aus zwei Vulkanen entstandene Tahiti stellt die größte und mit über 2000 m auch höchste Insel in Französisch-Polynesien dar und wir umrunden mit unserem Fiesta das geschwungene Eiland …. ein tropischer Zaubergarten umgeben von einem Saumriff, das eine blau schimmernde Lagune bildet und die Küste vor der Brandung schützt. Dort, wo sich das Riff öffnet, haben sich die großen Häfen und Orte gebildet, speziell bei Papeete, der lebendigen und geschäftigen Hauptstadt samt einzigem internationalen Flughafen. Von hier aus geht’s mit Schiffen oder Klein – und Kleinstflugzeugen zu den tropischen Paradiesen, die da Bora-Bora, Marquesas oder Gambier heißen.

Unser Programm in diesen ersten Tagen wird vor allem davon beeinflusst, dass wir unser Auto fleißig nützen wollen und dass wir bei Erkundung der Insel zur Überzeugung kommen, im Hiti Moana wirklich großartig und kostengünstig untergebracht zu sein. Viele Pensionen bieten wenig für ihr Geld oder liegen bergseitig und die Anfrage nach einem der wirklich idyllischen „Overwater-Bungalows“ bei den diversen Resorts und Hotels bringt uns rasch auf den Boden der Realität zurück: zwischen 400 und 650 € - pro Nacht natürlich. Na ja, träumen wird man wohl noch dürfen …. da ziehen wir nach 3 Tagen doch lieber im Hiti Moana zum großen „Einser-Bungalows“ um, direkt am Pool und Meer, 1. Reihe Südpazifik und mit allem Komfort (Wohnraum, Küche etc.).

Und der „Rest“ dieser ersten Woche im Südsee-Paradies ist Relaxen, Baden in der Lagune, in der wir uns per Doppelsitzerkajak über ein Korallenmeer bis ans Saumriff vorkämpfen, Sightseeing, Palmen, Dschungel, Ananas, Bananen, Vanille, Mangos, Papayas, Kokosnüsse, Aus- und Einblicke, Strände, Berge, Blütenpracht, auf Nachbarschaft mit Fischen, Schildkröten, Erdkrabben, Vögel und …. Geckos, unsere unausbleiblichen Mitbewohner auf der Terrasse. Und natürlich echte Südsee-Sonnenuntergänge …!

tahiti hiti moana