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SPURENSUCHE AN DER NORDSEE ZWISCHEN EMDEN & SYLT

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Reiseverlauf

 

Teil 1

Tatortsuche in Münster

 

Teil 2

Ostfriesland

 

Teil 3

Waterkant zwischen Weser und Elbe

 

Teil 4

Nordfriesland

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TOUR
FACTS

TEIL 1

„TATORTSUCHE“ AUF DEM WEG AN DIE NORDSEE

 

Besuch in Münster und Wasserschloss-Tour

Der Start unserer „Sommertour 2019“ an die deutsche Nordseeküste führt wieder ein-mal durch deutsches „Kernland“. Um den Weg an die Küste zu erleichtern, steht dies-mal ein Besuch im Münsterland am Programm. Dieser Besuch gestaltet sich historisch und krimitechnisch orientiert, denn zum einen gilt Münster als eine der spannendsten Krimistädte des Landes samt ungewöhnlichem „Tatort-Gespann“ und zum andern findet man im Umland eine Vielfalt an Wasserschlössern und originelle Burganlagen … und einen Campingplatz in „Raddistanz“ zur Altstadt. Also auf geht’s …

Man muss vorausschicken, dass die angepeilte Region an der deutschen Nordseeküste zwischen Holland und Dänemark schon lange auf unserer Reiseliste steht, es aber bislang nur bei zarten Versuchen – sprich punktuellen Gedanken für einen Besuch – geblieben ist.

 

Das Wattenmeer zwischen Ost- und Nordfriesland gehört sicherlich zu einer der faszinierendsten Naturlandschaften des Kontinents. Dazu kommen viele Städte zwischen Emden, Bremerhaven, Cuxhaven und Husum, die zu attraktivsten des Landes zählen. Aber – wie gesagt – dies alles nur durch Hörensagen, TV-Bilder und Geschichten.

 

Zur Vorgeschichte:

Eigentlich war die grundsätzliche Urlaubsplanung für den Sommer 2019 bereits im Frühjahr gediegen und Anfang Juni abgeschlossen: Ziel war Ostslowakei – Polen – Baltikum … auf durchwegs unbekannten Wegen und abseits des Hauptstromes.

 

Und eigentlich kam dann alles ganz anders – nur woher und warum konnten wir nicht mehr genau sagen! Vielleicht war es die im Raum stehende deutsche Autobahnmaut

… oder die herankommende Hitze, die sich mit Temperaturen über 30°C einstellte – Ende Juni hatten wir 37 bis 38°C!

… oder war es einfach die Lust auf gemütliches Reisen, völliges Neuland und viel Natur und Kultur.

 

Und so heißt das Ziel schließlich Norddeutschland & Nordsee! Natürlich fahren wir per Wohnwagengespann, Räder sind diesmal mit an Bord und die Route zählt ob der sommerlichen Verkehrssituation zu den „gefährlichsten“ in puncto Staugefahr. Dafür hält sich der Einpackstress in Grenzen, denn im Vergleich zu Nordlandreisen kann die Beladung mit Nahrungsmittel entfallen.

 

Die Strecke bis Ostfriesland beziffern wir mit rund 1200 km und wie schon auf den letzten Touren teilen wir sie in Etappen. Als erstes Ziel wählen wir das Münsterland nördlich des Ruhrgebietes und den Start von Österreich für einen Sonntag, um der Verkehrslawine bzw. den Lkw’s zu entgehen. Es ist der 7.7. – unser Glückstag.

 

Ganz „ohne“ geht es zwar nicht ab, aber flüssiger Verkehr auf A9 (A), A3 und A7 mit 2 kurzen Staus um Nürnberg und vor Würzburg lassen uns mit der gewählten „kürzesten“ Route (laut Google Maps) durchaus zufrieden sein. Nach rund 660 Kilometern und 8,5 Stunden Fahrzeit inkl. einer einstündigen Pause für Tanken und Imbiss beziehen wir nördlich von Fulda ein ACSI-Camp, wo noch das Vorsaisonangebot der „Camping Card“ um 20,- gilt und wir bestens untergebracht sind.

Am nächsten Tag sind wir bald wieder auf den Beinen bzw. „on the road again“. Wir erkennen aber bald, dass auch eine gewisse Vorsicht beim Verkehrsfunk sowie Glück dazu gehört, denn auf der Gegenfahrbahn passieren wir einen Stau nach Verkehrsunfall, der bald 15 km lang ist und stundenlanges Warten bedeutet … sobald wir die neuralgischen Punkte um Kassel hinter uns haben und uns auf der A44 Richtung Dortmund bzw. A33 Richtung Paderborn befinden, atmen wir erleichtert auf.

 

In Münster haben wir per Internet einen Platz am ACSI-Camp nahe der Stadt reserviert und nach einer kleinen, unbeabsichtigten Tour übers Land stellen wir am frühen Nachmittag unser Gefährt auf äußerst gepflegtem Terrain ab.

 

Tag 3 steht ganz im Zeichen eines Münsterbesuches per Fahrrad und das Stichwort heißt „Tatortsuche“. Denn die Stadt ist uns aus gleichnamiger TV-Serie ein Begriff … nach den österreichischen Kultkiberern Krassnitzer und Neuhauser gelten Kommissar Thiel und Forensiker Börne alias Axel Prahl und Jan-Josef Lieffers als absolutes Spitzenduo. Wie überhaupt die Region krimitechnisch als absolut mörderisch gilt, zumindest was die TV-Präsenz und Schreiberzunft betrifft.

 

Was aber noch auffallender ist – wohin man blickt: aus allen Richtungen kommen Radfahrer und selbst die TV-Kommissare werden immer wieder auf dem Rad ins Bild gesetzt … denn Münster ist ohne Fahrräder schlichtweg nicht vorstellbar. Laut „Dumont“ sind selbst der Oberbürgermeister, der Bischof und der Polizeipräsident mit der „Leeze“  unterwegs, wie die Drahtesel vor Ort genannt werden. Vor einigen Jahren hat die „Leeze“ sogar das Auto als wichtigsten Verkehrsträger abgelöst … und der Trend hält an.

 

Auch wir reihen uns in die „Pedal-Ströme“ ein, verkehrstechnisch wird auf die Radler mehr Rücksicht genommen, als auf den übrigen Verkehr. Prunkstück der mehrfach zur „Fahrradhauptstadt“ prämierten Westfalenmetropole ist die rund 4,5 km lange Promenade rund um die Altstadt. Unbestätigten Gerüchten zufolge haben die meisten Münsterianer sogar ein Zweitrad, denn für die Stadt und die Freizeit steigen nur die wenigsten auf die dieselbe „Leeze“. Radfahren ist hier in Münster absoluter Alltag, wie riesige Abstellplätze und eine Vielzahl an „Radstationen“ beweisen.

 

Unsere Tour beginnt mit einer entspannten 4-km-Anfahrt direkt ins Zentrum mit Prinzipalmarkt, Rathaus und Domplatz und schon steht man mitten in rund 900 Jahren Stadtgeschichte. Prächtige Patrizierhäuser, ein unglaublicher Dom, das Rathaus mit dem Friedenszimmer, wo 1648 der „Westfälische Friede“ den 30-jährigen Krieg beendete, unzählige Bogengänge und, und, und … es dauert etwas, bis man sich an Fülle und Bedeutung gewöhnt hat.

 

Nach einem ausgiebigen Altstadtbummel schwingen wir uns wieder aufs Rad. Zuerst drehen wir eine Runde durch den „Stadthafen“, der sich zur „Business-Meile“ entwickelt, und nach einer Stärkung mit diversen Fischbrötchen besuchen wir noch Schloss und Aasee mit seinen Skulpturen. 19 km legen wir insgesamt per Bike zurück und am Abend machen wir uns per Auto auf „Shopping-Tour“, v.a. um in einem der Rieseneinkaufsmärkten in den Besitz unseres Lieblingsbieres „Köstritzer Schwarzbier“ zu kommen. Im insgesamt 4. Versuch werden wir in einem Edeka-Getränkemarkt fündig!

 

Tag 2 bringt eine Tour durchs Münsterland und steht ganz im Zeichen von „Wasser“. Den Anfang machen wir im Norden der Stadt. Hier treffen wir auf eine einzigartige Brückenkonstruktion, wo der „Dortmund-Ems-Kanal“ den Ursprungsfluss Ems überfließt. Bei genauer Recherche im Internet haben wir herausgefunden, dass seit den 1930-Jahren das gesamte Land von einem Netz an Kanälen durchzogen wird. Ein kongeniales Transportkonzept aus Ingenieurshand und für uns ein spannender Auftakt.

 

Weiter geht es 15 km westlich von Münster mit dem Besuch von Schloss Hülshoff, dem Geburtsort der berühmtesten deutschen Schriftstellerin, Annette von Droste-Hülshoff, die hier 30 Jahre ihres Lebens verbrachte. Das malerische Schloss ist von Wasser umgeben und duftet von einem Blütenmeer im Park.

 

Wasser ist auch das dominante Element bei Burg Vischering in Lüdingshausen, wo uns die Sonne einzigartige Stimmungsbilder gewährt. Und wieder nur wenige Kilometer südlich stehen wir vor Schloss Nordkirchen und seinem umgebenden See, diesmal ist der Zugang aber nur bedingt möglich, da sich die Anlage im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen befindet und eine „Fachhochschule für Finanzen“ beherbergt.

 

Den Abschluss findet unser Besuch im Münsterland im campeigenen Gasthaus bei deftigem Mahl samt Köstritzer von Fass … ehe wir einer letzten Verbindung zu „H2O“ vorbeugen und unsere Außenausrüstung abbauen, da für die kommende Nacht ein Wetterumschwung in Form von Niederschlag in Wasserform vorausgesagt ist. Bei soviel „Wasserbezug“ genießen wir richtiggehend ein abendliches Gläschen Wein aus dem Südburgenland. Prost.

TEIL 2

STIPPVISITE IN OSTFRIESLAND

 

Bier wie Wetter … friesisch herb!

Natürlich ist die Bekanntheit Ostfrieslands seit dem „Blödler“ Otto Waalkes auch in unseren Breiten gewachsen und Ostfriesenwitze gehören zum Repertoire jedes Entertainers. Doch das flache Land zwischen Ems und Weser stellt auch ein landschaftliches Kleinod dar, das sich seit den Sturmfluten vergangener Jahrhunderte und dem notwendigen Bau eines Deichs als Schutzwall konsolidiert hat. Für uns wird der Aufenthalt eine Spurensuche nach all diesen Besonderheiten und ein erstes Schnuppern ins Wattenmeer … bei durchaus „nordisch-friesischem Wetter“. Oder wie sagts die bekannteste Brauerei: „Wie das Land – so das Jever: friesisch herb!“

Wettertechnisch muss vorausgeschickt werden, dass die Region vor nicht allzu langer Zeit auch unter ähnlicher Hitze und Trockenheit zu leiden hatte wie der übrige Kontinent. Man erkennt dies auch an den verdorrten und ausgebrannten Feldern. Dass ausgerechnet wir in eine Phase unbeständigen Wetters mit Temperaturen um 15 – 17°C geraten, macht es nicht unbedingt leichter, zumal eine kräftige Brise aus Nord die Empfindung verschärft.

Aber alles im Rahmen und wie gesagt: Friesisch herb!

 

Fahrt an die Nordsee

Dabei gestaltet sich die eher verregnet prognostizierte 250-km-Anreise aus Münster als gemütlich und bei Anfahrt auf der A31 in Leer zeigen sich zarte Sonnenstrahlen, mit denen wir an diesem Tag gar nicht gerechnet hatten. Unser Plan für dieses erste „Rendevous“ mit Ostfriesland in Unkenntnis der Ausgangssituation ist, dass wir uns ein Camp in zentraler Lage an der mittleren Küste nahe Aurich suchen, von wo aus wir unsere Touren starten bzw. auch ein bisschen ausspannen und ins Watt gehen wollen.

 

So steuern wir bei Leer per Landstraße über Aurich und Wittmund die Region im Nordosten an, wo wir einige Campingplätze und Stellplätze für Wohnmobile in den Führern gefunden. Die Frage wird sein, ob sich Plätze nur hinter dem Deich befinden oder ob sie vorgelagert liegen und Ausblick aufs Meer bieten.

 

Monstercamps und Platz im Sand

 

Schon der erste Versuch bei Harlesiel gibt uns einen Eindruck und Vorgeschmack. Durch eine enge Hafeneinfahrt, wo sich der Deich öffnet, gelangen wir an die Außenseite und an einen Strand, der sich kilometerweit vor uns ausbreitet. Leider tut das auch der Campingplatz und wir finden eines dieser „Monstercamps“ mit bis zu 1.500 Stellplätzen … und „germanischer“ Nummerierungsordnung. Da das Camp gerade „Mittagspause“ macht und die Schranken geschlossen sind – auch das sind wir nicht gewöhnt –, beschließen wir weiter zu suchen und gelangen nach Bensersiel, das uns von der Beschreibung mehr zugesagt hatte, da sie hier Plätze am Sandstrand anbieten.

Schon die Zufahrt zeigt sich „überschaubarer“ und idyllischer ob des kleinen Hafens und der angeschlossenen Fährstation zur Insel Langeoog. Auch hier ist kurze Mittagspause (13 bis 14 h) und diese Zeit nützen wir, um uns einen ersten Eindruck vom Camp zu machen. Und dieser fällt positiv aus … zum einen, weil die Vorderfront nicht so „ghettohaft“ anmutet, weil sie wirklich Plätze im Sand haben und weil wir uns in Anbetracht der bisherigen Fahrtdauer im Minimarkt laben … mit Brötchen und … richtig: mit einem Jever!

 

Als bei der Anmeldung die nette Dame uns auch noch einen Platz im „Sand“ mit der Adresse „Am Spielplatz 6“ ist die Welt in Ordnung. Der Platz ist für 4 Nächte zu haben und auch der Preis ist mit 31,- all inklusive ok. Also ab zum „Stranderlebnis“ mit Auto und Wohnwagen … eine Premiere, denn einen Stellplatz dieser Art hatten wir noch nirgends erlebt!

 

Der Ankunftstag gilt der Orientierung und wir erkunden das Riesencamp, das sich weitläufig am Strand ausbreitet und den Großteil der 560 Stellplätze für Dauercamper anbietet … natürlich ist dieser Teil nicht besonders unterhaltsam und wir ziehen uns in unseren Bereich an der Vorderfront zurück. Bei einem ersten Spaziergang am Strand bekommen wir einen ersten Eindruck vom „Wattenmeer“, denn zurzeit ist ca. um 17 Uhr „Niedrigwasser“ – also Ebbe. Aber auch die einfahrende Fähre und die Parade an Strandkörben bewundern wir und insbesondere 2 spezielle Exemplare, die man für idyllische Nächte mieten kann – inklusive Sekt, Aussicht etc. Bei den tief hängenden Wolken ist das allerdings gerade wenig spannend.

 

Auf den Spuren von Otto Waalkes

Der kommende Tag verspricht Aufhellungen ab Mittag – gegen das Wetter ist hier sowieso „kein Kraut gewachsen - und gegen 11 Uhr machen wir uns auf, die Osthälfte der Halbinsel zu erkunden. Start ist in Leer und wir lassen uns per Auto tief ins Zentrum treiben. Prompt finden wir einen Parkplatz direkt an Altstadt und Hafen – allerdings nur für 1 Stunde, doch diese genügt, um uns neben einer Stärkung in einer orig. Kaffeerösterei einen Eindruck von dem idyllischen Städtchen samt Hafenpromenade und Holzbrücke an der Ems zu machen. Holländisches Frühbarock ist hier teilweise angesagt und Leer steht für Tee- und Weinimporte … mit tollen Eindrücken ziehen wir weiter.

 

Ziel 2 ist die „Metropole“ Emden, die Heimat von Otto Waalkes, aber auch zahlloser Industrien – allen voran VW. Das gibt der Stadt einen wenig einladenden Eindruck, obwohl sich das Zentrum am Innenhafen schmuck präsentiert. Der Hauptanziehungspunkt ist aber letztlich das „Otto-Hus“ in bester Lage, wo aus wir unsere Nase reinstecken, aber erst nachdem wir uns ausgiebig mit kräftiger Frischbrötchen-Mahlzeit samt Jever gestärkt haben.

 

Warft, Leuchttürme und Krabben

So sind wir fit für die Fahrt an den Nordwestrand Deutschlands auf der Halbinsel Krummhörn. Der Außenposten Knock bietet einen Blick auf die Emsmündung und die beginnende Nordsee inklusive die holländische Industriesilhouette am anderen Ufer. Wir selbst befinden uns auf kulturhistorischem Siedlungsboden, dem hier schon Kaiser Friedrich II. mit Errichtung eines „Siel- und Schöpfwerkes“ seinen Stempel aufprägte.

 

Wir erfahren viel Interessantes einige Kilometer weiter bei Besichtigung und Besteigung einer Windmühle, wo uns der nette Wärter die Lage verständlich erläutert. Das Dorf Rysum gilt als Mustersiedlung eines „Warfendorfes“ – einer Ansiedlung, die auf einem künstlichen Hügel in ehemaliger Moorlandschaft errichtet wurde. Der Ort bietet aber in seiner Kirche mit der ältesten deutschen Orgel ein weiteres Highlight.

 

Wieder einige Fahrminuten entfernt kommen wir in den Bereich des Wattenmeeres und zweier sehr unterschiedlicher Leuchttürme: zuerst Campen, der mit einer Höhe von 60 m der höchste Leuchtturm Deutschlands ist, und Pilsum. Dieser ist zwar der kleinste seiner Zunft, doch seine Bekanntheit verdankt er dem Auftreten in einem der bekanntesten Otto-Filme.

 

Den Abschluss bildet ein Besuch von Greetsiel, wo eine der letzten deutschen „Krabbenflotten“ vor Anker liegt und sich ein schmuckes Städtchen um den Hafen präsentiert … allerdings mit allen Auswirkungen des modernen Tourismus. Da fahren wir lieber zurück in unser Camp am Strand und genießen den Abend, wobei man dazusagen muss, dass wir nun wissen, warum hier alle Camper ihre Fahrzeuge südwärts – also vom Strand abgewandt - abgestellt haben: der Wind hat aufgefrischt und lässt ein Sitzen vor dem Wohnwagen kaum zu. Ok.

 

Bierkultur, Labskaus und Schlosstour

 

In Ermangelung eines Internetnetzes an Vorderfront müssen wir am nächsten Morgen zur Kenntnis nehmen, dass sich die Wettersituation verschlechtert hat und uns statt Ausblick aufs Watt Wind- und Regenböen erwarten. So ziehen sich Motivation und Tagesauftakt in die Länge, wir beschließen aber dann einen Ausflug ins benachbarte Jever zu machen, wo neben der bekannten Bierbrauerei auch einiges an Kultur wartet.

 

Schade, dass der Regen auch den Ausblick trübt, den ich vom Schlossturm im Stadtzentrum bekomme, wo die abenteuerliche Besteigung Teil der Museumstour ist. Nach Stadtrunde und Teeshopping gelangen wir zum Jevershop, wo wir Souvenirs erstehen, und da die Besichtigung nur in geführten Touren während der Woche möglich ist, verkosten wir das „friesisch-herbe Hopfenkaltgetränk“ nebenan in der Gaststätte der „Getreuen Bismarcks“. Dazu gibt’s Fisch und Labskaus, eine ostfriesische Spezialität in Form eines „breiartigen Schweinefleisch-Kartoffelgemisches“ … im Internet nachzulesen.

 

Besuch auf der Insel Langeoog

Auf Wetterbesserung hoffend planen wir für den kommenden Tag einen „Sonntagsausflug“ per Schiff zur Insel Langeoog und informieren uns noch am Vorabend über Abfahrtszeiten und Preise für Personen und Fahrräder. So sind wir gut vorbereitet und beschließen, die Räder im Hafen zu lassen. Diese hätten gesondert aufgegeben und befördert werden müssen, mehr als die Personenpassage (22,50) gekostet und uns auf der Insel wenig gebracht. Überraschend können wir eine Fähre mit Zwischenabfahrt nehmen und sind zum geplanten Start schon auf Langeoog gelandet.

 

Die Fähren hier fahren ganztags und gezeitenunabhängig, da es eine Fahrrinne für die Schifffahrt gibt. Vom Hafen wird man dann per „Inselbahn“ mit dem Zug ins Städtchen befördert und der Rest ist Wandern. Wenigstens präsentiert sich das Wetter durchwegs trocken, es bleiben aber dichte und tiefhängende Wolken. Zuerst schlendern wir durch die Hauptstraße, finden die Statue von Lale Andersen, der Sängerin von „Lili Marlen“, die hierher vor den Nazis flüchtete und auch begraben ist. Gleich dahinter geht es in die Dünen mit dem malerischen Wasserturm, der einen guten Ausblick bietet.

 

Nach obligatorischer Stärkung mit Suppe und Fischbrötchen plus Jever unternehmen wir eine ausgiebige Wanderung über den unglaublichen und ausladenden Strand an der Nordseite, bewundern die bunte Vielzahl Tausender Strandkörbe und die Geschäftigkeit am Meer ob des Wetters. Kinder lassen sich einfach von nichts abhalten …

 

Um 16,00 h geht es wieder zurück durchs Watt, wo uns die Tragweite der Gezeiten erstmals klar wird, denn wir fahren rund „2 Meter tiefer“ zurück und sind von endlosen Sandbänken des Watts umgeben, da nun Ebbe herrscht. Robben säumen den Weg durch die schlammige Fahrrinne und das einzige, dass den tollen Tag trübt ist der Umstand, dass wir keinen Ort finden, wo das Wimbledonfinale zwischen Federer und Djokovic übertragen wird. Wir erfahren am Handy natürlich den „betrüblichen“ Ausgang, was unsere Stimmung kurz absinken lässt … um aber schon bald die gewonnen Eindrücke erstmalig Revue passieren zu lassen. Natürlich auch in Form von Bildern und zahllosen Videos, die wir anfertigen, um wieder eine Präsentation zu erstellen.

 

Und am Abend im Wohnwagen wälzen wir schon Pläne für die Weiterreise Richtung Norden und entschließen uns, einen Platz an der Küste zwischen Bremerhaven und Cuxhaven anzusteuern. Wir hoffen dabei natürlich, ein weniger überlaufenes Camp zu finden, von dem aus wir die als „Waterkant“ bekannte Region erkunden und auch einen Einblick in den „Nationalpark Wattenmeer“ gewinnen können … wir werden ja sehen – von Menschenmassen haben wir jedenfalls erstmal genug.

BILDGALERIE:
Ankunft in Bensersiel an der Nordsee
BILDGALERIE:
Ostfrieslandtour zwischen Leer und Greetsiel
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Besuch in Jever und Schiffahrt zur Insel Langeoog

TEIL 3

WATTENMEER, KRABBEN UND HAFENSTÄDTE

 

Gezeitenwunderwelt an der Waterkant

Wir wollen mitten hinein … ins Weltnaturerbe Wattenmeer. Die geheimnisvolle und beeindruckende Landschaft wurde zu Recht in die UNESCO-Liste aufgenommen und auch wir wollen die scheinbar unendlich produktive Region zwischen Bremerhaven und Cuxhaven – pardon „Cook’s Hafen“ – kennenlernen … inklusive eines Hinterlands ländlicher Prägung und unglaublicher Vielfalt. Stadt – Land – Fluss … ja und Berg. Noch dazu ein „Olymp“ … welche Überraschung.

Bezugspunkt war der Mündungsbereich der Elbe für mich seit den Tagen meiner Sommerjobs in Hannover, denn das waren jene Zeiten, in denen ich meinen Spitznamen „Cook“ erhielt und es schon ein „Running Gag“ war, mir meinen persönlichen Hafen zuzueignen – „Cook’s Hafen“ … pardon Cuxhaven. Geschafft hatte ich es damals an die Nordsee aber nie. Wieder ein Kreis, der sich schließt. Davon aber später mehr.

 

Von Ostfriesland kommend führt unser Weg zuerst über die Jade, die dem markanten Meereseinschnitt bei Wilhelmshaven seinen Namen verleiht – Jadebusen, ein Relikt aus der Eiszeit … und dann per Tunnel unter der Weser nach Bremerhaven.

 

Frust bei Weiterreise aus Ostfriesland

 

Dass die Etappe aus den sandigen Gestaden von Bensersiel einen „echt ostfriesischen“ Abschluss findet, ist der Tatsache geschuldet, dass wir schon nach wenigen Fahrkilometern in Esens plötzlich hinter einem direkt an einem Kreisverkehr stoppenden Polizeifahrzeug anhalten müssen. Es ist Schützenfest samt Umzug angesagt (Montag!?), die Ortsdurchfahrt für diesen Zweck gesperrt, das Ungemach entsteht aber, dass wir trotz eindringlicher Aufforderung nicht den offenbleibenden Weg über einen Kreisverkehr um die Innenstadt herumfahren dürfen und dafür die Sperre abwarten müssen. Der Wortwechsel mit dem „ostfriesischen Ordnungshüter“ – „Mit ihnen rede ich nicht, sie sind uneinsichtig!“ – kann entfallen, seine Engstirnigkeit dokumentiert sich durch den Umstand, dass er nicht einmal den Linienbus auf dem offensichtlich freibleibenden Weg durchlässt … „Anweisung ist Anweisung!“ Ja richtig – schon gehört: Vurschrift is Vurschrift. Und Döberl bleibt Döberl. Nach rund einer Stunde geht’s weiter.

 

Ankunft am Wattenmeer samt Campingsuche

 

Die deutschen „Horror-Verkehrsnachrichten“ mit einer Vielzahl an Staumeldungen haben uns gewarnt und Autobahnen wollen wir ab sofort vermeiden. Doch hier im Nordwesten des Landes haben wir wenig Sorgen und nach einigen Kilometern biegen wir auch schon wieder Richtung Küste ab, um uns ein Camp am Wattenmeer zu suchen.

 

Gebucht haben wir nicht, wir haben uns aber per Campingführer und Onlinesuche eine Übersicht der zur Verfügung stehenden Plätze gemacht. Das „Abklappern“ der Liste hat aber schon bei Versuch 1 ein Ende … ob es unsere „gute Spürnase“ oder doch etwas Glück ist, soll unbeantwortet bleiben. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen – vielleicht auch unterstützt von der Tatsache, dass es 12,05 h ist … und die Rezeption des „Knaus-Camp“ von Dorum-Neufeld besetzt ist, da hier von 13 bis 15 Uhr Mittagspause und Schrankensperre ist. Und dass das Camp außerhalb des Deichs direkt am Meer liegt …!

 

Gezeitenplan für die Erkundung

 

Diese Lage an der Wasserfront bestimmt von der ersten Minute an unser Handeln. Schon beim Check-In wird uns ein Gezeitenplan in die Hand gedrückt. Das Bewegen im „Nationalpark Wattenmeer“ ist grundsätzlich frei und nur von den Gezeiten bestimmt … vor unnötigem Risiko wird gewarnt, eine geführte Wattwanderung empfohlen.

 

Schon am ersten Abend sind aber trotz des schlechten Wetters alle Vorsätze über den Haufen geworfen und die Wattwanderungen entwickeln sich zum absoluten Highlight des Tages. Ebbe-Tiefstand ist nun ca. 19,00, schon 2 Stunden vorher hat das Wasser am Weg nach draußen unseren Sichthorizont verlassen – unglaublich. Kein Meer, soweit das Auge reicht – auch der Weg zur 10 km vor der Küste liegenden Insel Neuwerk scheint real.

 

Ab ins Watt

 

Der Stand des „Niedrigwassers“ ändert sich pro Gezeitenwechsel, denn die unter dem Mondeinfluss stehenden Zeiten von Ebbe und Flut variieren zwischen 6 Stunden und 10 bis 15 Minuten. Wir stapfen direkt vor unserem Wohnwagenstandplatz – nur durch ein Eingangstor und eine „Wattdusche“ getrennt – im „Gezeitengatsch“ los. Natürlich ist die erste Kennenlernphase spannend und grenzwertig, zu beachten sind scharfkantige Muschelstücke, Steine und angriffslustige Krabben, empfohlen werden Wattschuhe zur Verletzungsvermeidung – bloßfüßig ist aber kein Problem!

 

Unsere Grenzen bei der ersten, rund einstündigen Wanderung um Leuchtturm und Hafen sind schnell erreicht: tiefe Abflussrinnen sind nur schwimmend überwindbar oder man versinkt im tiefen Schlamm. Wir stapfen aber mutig durchs Watt, entdecken vielfältiges Leben, das wir mit der mitgeführten Foto-/Videoausrüstung gut festhalten, und enden schließlich im Hafendock, wo alle Kutter im Schlamm liegen …

 

Waterkant und Zeit fürs Hinterland

 

Da sich auch am kommenden Tag das Wetter von seinen „feucht-bewölkten“ Seite zeigt … „drizzly weather“ wie wir sagen … unternehmen wir vorerst einen Ausflug zu Einkaufs-, Tank- und Orientierungszwecken nach Cuxhaven, das nur ca. 25 km entfernt ist. Der Landstrich an der „Waterkant“ bezeichnet die Region zwischen Weser und Elbe und ist geprägt von großflächigen, landwirtschaftlichen Nutzflächen (Getreide, Mais, Kartoffeln, Viehwirtschaft), dem unglaublichen Küstenland am Deich und den Hafenstädten Bremerhaven und Cuxhaven. Da aber auch das Hinterland sehr interessant wirkt, planen wir auch einen Abstecher dorthin.

 

Vorerst bleibt aber die Küste oberstes Objekt unserer Begierde, dazu gehören natürlich auch das Gustieren der kulinarischen Angebote – von den vielfältigen Fischbrötchen über Krabben in allen Varianten bis hin zu originellen Biersorten. Auffällig ist der Umstand, dass sich der gesamte Küstenstreifen wohlwollend vom Massentourismus a la Ostfriesland unterscheidet. Die hohen Tourismusabgaben, die auch wir im Camp zahlen, lassen das Publikum gewaltig schrumpfen und geben dem Ablauf eine wohlwollende Note. Der Trend geht hier eindeutig zum qualitativen Dauerbesucher gepaart mit überschaubarem Quartierangebot in netten Bungalow- und Appartementsiedlungen.

 

Moderne Metropole Bremerhaven

 

In wenigen Minuten sind wir per Landstraße im Norden Bremerhavens, wo sich im Überseehafen die Container stapeln. Der Hafen ist drauf und dran, sich als größter Umschlagplatz Deutschlands zu etablieren, bis zu 5 Containerschiffe können gleichzeitig abgefertigt sprich beladen werden. Wir können ziemlich unbehelligt eine ausgiebige Runde im Terminal drehen, lediglich die Zollkontrolle bei Ausfahrt verwirrt uns … wir haben ja keine Pässe mit. Man ist aber an uns nicht interessiert.

 

Das Stadtzentrum rund um die sogenannten „Havenwelten“ ist Anziehungspunkt und Prunkstück der modernen Metropole. Wir finden glücklicherweise rasch einen Parkplatz an der Wasserfront, stärken uns an einer der Schiffstheken und starten zum Rundgang.

Zuerst gibt’s Einblick ins Leben im Innenhafen u.a. mit U-Boot, Deichgestaltung, Einkaufsmeile. Danach folgt der tolle Ausblick auf Wesermündung und Wattenmeer, beides vermischt sich hier sehr stark, da der Hafen unabhängig und ganztägig befahrbar bleibt.

 

Den wohl tollsten Ausblick erkauft man sich im Hotel Atlantic, wo man für 4,- € per Turbofahrstuhl aufs Dach gelangt und aus fast 100 m Höhe auf Stadt, Hafen und Umland sieht. Toll, eindrucksvoll und ein Vorgeschmack, was Einen zu ebener Erde erwartet … uns auf jeden Fall ein ausgiebiger Rundgang mit Abschluss in der Fußgängerzone samt Flaggen- und Musikkauf … Bremerhavener Seemannslieder natürlich.

 

Radtour am und hinter dem Deich

 

Ein bisschen sportliche Betätigung kann uns nicht schaden, also nehmen wir die Erkundung der näheren Umgebung per Fahrrad in Angriff. Wir bewegen uns durchwegs auf Radwegen oder kaum befahrenen Nebenstraßen und in Ermangelung von landschaftsbedingten Steigungen sind lediglich Deichauf- und abfahrten sowie Kuh- bzw. Schafherdenquerungen echte Hindernisse. Wind, speziell Gegenwind ist ebenfalls Störfaktor und wirklich augenfällig ist das Fehlen jeglicher ländlicher Gastronomie.

 

Unser erstes Ziel ist die Krabbenfischersiedlung Wremen samt idyllischem Hafen. Nach Stärkung mit Fischbrötchen und Besuch bei einem ankommenden Krabbenfischer, geht es querfeldein Richtung Dorum, wo wir einkaufen. In Ermangelung einer Einkehrmöglichkeit strampeln wir etwas frustriert zurück ins Camp, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen und wieder eine umfangreiche Wattwanderung absolvieren.

Resumee des Tages: Gastronomische Gastlichkeit stark verbesserungswürdig, Wind drehbereit, Einwohner hilfsbereit, Radwegenetz ausgezeichnet und Jever unbezahlbar.

 

Tour mit Kultur

 

Das aufkommende, stabile Schönwetter nützend drehen wir eine ausführliche Runde durch das „Hinterland“ zwischen Elbe und Weser, wobei wir uns mehr treiben lassen als einem vorgegebenen Ziel zu folgen. Vorbei an Cuxhaven, das wir diesmal meiden, weil Anreise zum bekannten Musik-Festival „Deichbrand“ herrscht, checken wir zuerst die Route zur einzigen Elbfähre, um uns bei der Weiterreise die Fahrt über Hamburg und dem ständig staugefährdeten „Elbtunnel“ zu ersparen.

 

Erste Station machen wir am „Deutschen Olymp“ und möglicherweise haben wir Glück, denn wir sind relativ früh am Tage die einzigen Gäste und es ist Freitagvormittag. Die Suche ist gar nicht einfach, Gerlinde sucht den „Fernsehturm“ … wir finden ihn dann doch, er nennt sich allerdings „Fernsichtturm“. 62 m hoch ragt der Hügel aus der Wingst, einem Rücken im sonst flachen Land – der Lift im Turm ist defekt, also geht es die 118 Stufen empor, um einen guten Blick übers Land zwischen Elbe und Weser zu werfen.

 

Einige Kilometer weiter finden wir bei Hemmoor die einzige noch betriebene Schwebefähre des Landes, die den Ort mit der Gemeinde Osten verbindet … dass der Fluss Oste heißt, ist dann doch keine Überraschung mehr. Fachwerk pur prägt hier die Region und lässt unsere „Fotoherzen“ höher schlagen, auch drehen wir viele Videosequenzen, die einen Sommervideoschnitt ergeben könnten …

 

Besuch in der Hansestadt Stade

Die ultimative Anhäufung von Fachwerk finden wir schließlich in der Stadt Stade. Fachwerk, Wasser und eine mehr als 1.000-jährige Geschichte prägen das Städtchen zwischen Cuxhaven und Hamburg. Wir machen uns auf zum Rundgang in eine „Zauberwelt“, die wir hier nicht erwartet hätten.

 

In der sanierten Altstadt der Hansestadt ist die Historie auf Schritt und Tritt präsent. Schmucke Gebäude aus verschiedenen Epochen säumen die Straßen und Plätze. Die ältesten Bauten, etwa das Gewölbe des Rathauskellers, stammen aus der Zeit vor 1500. Da Stade nach dem großen Brand 1659 größtenteils neu aufgebaut wurde, gibt es besonders viele Häuser und Kunstgegenstände aus dem Barock.

 

Natürlich ist das Verkosten einer Krabbensuppe ebenso Pflicht wie die originelle Version von Backfisch & Chips in der Tüte, in der Stadt wird zudem ausgezeichnetes Bier gebraut. Nach idyllischer und origineller Stärkung im alten Hansehafen geht es quer durchs „Alte Land“ wieder zurück an die „Wurster Küste“ bei Dorum und … richtig! Wieder ab ins Watt. Suchtgefahr inklusive.

 

Leuchtturmkauf an Cuxhavener „Alte Liebe“

 

Ziel am letzten Tag ist Cuxhaven samt seinen Hafenanlagen und wir steuern den alten Anleger „Alte Liebe“ an, wo sich sozusagen „das Leben abspielt“. Von hier fährt alles ab, was die Ziele in der Umgebung ansteuert – bis hin zu den Seehundbänken, Helgoland und die Wattinsel Neuwerk. Wir genießen das geschäftige Treiben samt Hafenleben und Ausblick auf die Elbe, die hier vom Mündungstrichter in die Nordsee übergeht.

 

Eigentlich war es so nicht geplant, aber die Gelegenheit scheint einmalig: in einem Laden an der Vorderfront wird „Leuchtturm-Abverkauf“ angepriesen … und wir können nicht widerstehen! Besichtigung des größten Exemplares – Höhe ca. 145 cm inklusive wechselndem Leuchtfeuer – kurze Preisverhandlung und schon wandert das Ungetüm gut verpackt für die Reise nach Österreich in unseren Caddy – das ist der große Vorteil unserer Reiseart gegenüber Flug oder Bahn.

 

Dass der Tag nach Stadtrundfahrt per Auto auch noch kreativ endet, liegt am Besuch des weltweit einzigartigen „Ringelnatz-Museums“. Joachim Ringelnatz hätte seine Freude gehabt an dem Häuschen in Cuxhaven, in dem ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet wurde. In einem schönen Fachwerkhaus gegenüber vom Schloss Ritzebüttel fühlt sich das Joachim-Ringelnatz-Museum seit 2002 gut aufgehoben und hält die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Künstler, Maler und vor allem „Sprachartisten“ wach.

 

Nach Kauf eines seiner Werke und anschließender Rezitation einiger bekannter Ringelnatzgedichte im Camp geht es ans Packen und Vorbereiten der weiteren Reise nordwärts über die Elbe. Es wartet nun die Inselwelt Nordfrieslands und seine sagenumwobene Region auf uns … na schau‘n wir mal.

Nordsee-Tour 2019 Route