Start in Angkor

ROUND THE WORLD

KAMBODSCHA

Jänner 2008

KAMBODIA –

TEMPELWUNDER UND ELEND IM REICH DER KHMER
Teil 1: Einführung, Kennenlernen und praktische Tipps

 

Als unsere 70-sitzige Propellermaschine am Flughafen von Siem Reap aufsetzt, ahnen wir bereits, dass der abenteuerlichste Teil unserer Reise begonnen hat … und der heißeste.


Bereits um 9 Uhr, als wir die – diesmal erträglichen – Visa- und Zollformalitäten erledigt und unser Gepäck ausgecheckt haben (Visum erhält man um 20,- USD direkt im Flughafen) sowie unser Guide, den wir von Bangkok aus gebucht haben, am Eingang mit Begrüßungsschild bereitsteht, hat es weit über 30°C.

 

Dollars sollte man übrigens zur Genüge mitführen, denn hier wird alles in US-Dollar berechnet, obwohl die kambodschanische Währung Riel auch angenommen und mit Fixpreis von 4000 pro Dollar umgerechnet wird. Da es keine Halb-Dollarnoten gibt, wird Wechselgeld immer in Riel herausgegeben. Das alles wissen wir noch nicht, vor allem, dass es im ganzen Land bereits genügend Geldautomaten gibt, die durchwegs Dollars „ausspucken“ …. laut der bislang so hilfreichen Reiseführer von Stefan Loose (Ausgabe 2006) gab es zum Zeitpunkt der Drucklegung noch keinen einzigen Automaten landesweit. So sind wir etwas voreilig, als wir am Flughafen einen Wechselschalter entdecken, der uns zu denkbar ungünstigen Konditionen Geld über unsere Mastercard auszahlt. Gottseidank sind es nur 200,- Euro, die uns aber beinahe auf einen Schlag zu „Kambodscha-Millionären“ machen …. 973.800 Riel bar auf die Hand.


Was wissen wir von diesem Land, das uns unsere Nachbarin Erna Hollinger so herrlich geschildert hatte, als sie es Ende 2006 mit ihrer Enkelin 1 Monat lang per Rucksack bereiste?


Ja, eigentlich nur,
… dass es erst seit kurzem ohne Krieg existiert, an der untersten Stufe der Armut in Südostasien steht und ca. 2,5 Mal so groß wie Österreich mit knapp 15 Millionen Menschen ist …


…. dass sich das Königreich nach der totalen Zerstörung der Infrastruktur durch die Roten Khmer jetzt langsam erholt und es erste Anzeichen von funktionierendem Tourismus gibt …


…. dass in Kambodscha mit seinem tropischen Klima jetzt Winter herrscht, was soviel bedeutet wie Trockenzeit mit angenehmen Temperaturen von 30 bis 33°C (wir hatten aber in einer Hongkonger Zeitung gelesen, dass heuer besonders hohe Temperaturen im gesamten südostasiatischen Raum herrschen mit z.B. 34°C in Bangkok, 35°C in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) und bedrohlichen 37°C in Phnom Penh, der kambodschanischen Hauptstadt) ….


…. dass es im Norden des Landes noch Fälle von Malaria gäbe und man auch sehr vorsichtig mit Leitungs- bzw. Flusswasser umgehen sollte ….


….. dass es hier die größte Tempelansammlung der gesamten Region gibt und man diese unbedingt gesehen haben muss!


Aber das war’s auch schon großteils.


1999 ging eine der letzten blutigen Epochen in der Geschichte Südostasiens zu Ende und seither kämpft Kambodscha um seine Chance im internationalen Staatengebilde. Mit unterschiedlichem Erfolg allerdings, denn schwache Staatsführung und Korruption halten einerseits viele Nationen und Investoren davon ab, Geld in das „Armenhaus“ Hinterindiens zu pumpen – auf der anderen Seite bietet vor allem der Nordwesten Kambodschas mit seinen unbeschreiblichen Tempelschätzen aus der „Angkor-Periode“ eine vor allem den Touristikern nicht lange verborgen gebliebene Fülle an Highlights und Business.