Celtic Days & Exciting Ways

Oder:
Nach vielen Jahren wieder einmal an den Westrand Europas

Zum Westrand Europas und speziell zu den weit in den Atlantik ragenden “Britischen Inseln” verbindet uns eine hohe Affinität. Gründe dafür gibts viele, hauptsächlich aber fühlt man sich – wenn man von den “verschrobenen Engländern” absieht – zu den Menschen und deren Heimat hingezogen und von der wilden, ungezügelten Natur beeindruckt. Jeder “Rand Europas” besitzt seine Eigenheiten, jede Region an der Außenzone zeigt markante Merkmale, sei es Mentalität, Musik, Lebensstil, Kulinarik usw. Und ein Besuch Irlands, Schottlands & Co. mit Wohnwagengespann heißt immer auch jede Menge Abenteuer und Spaß – inkl. der teils abseits gewählten Route dorthin und zurück.

Rund 3 Jahrzehnte Reiseleben lassen sich zwar nicht „wegwischen“, aber gehen wir an die Reise heran, als ob uns jegliches Vorwissen fehlt … und ein Tipp vorweg, für alle, die sich intensiver mit unseren Erlebnissen auseinandersetzen wollen: am Ende jedes Kapitels gibt einen Link zur im Reisetagebuchstil gehaltenen „Long version“ … mit viel Infos, ausführlichen Bildgalerien und noch viel mehr Musik- & Videotipps.

IDEE UND MASTERPLAN

Den Plan, mit dem Wohnwagen wieder einmal ausführlich den äußersten Westen Europas zu erkunden, hatten wir schon seit geraumer Zeit und nach dem B&B-Abenteuer im Jahr 2005 auch geschworen, nie mehr ohne Wohnwagen zu kommen …!

>>> MUSIKTIPP: Van Morrison - Have I told you lately

westeuropatour2018
TOUR
FACTS

ANREISE ÜBER DEUTSCHLAND & BENELUX

 

Über Passau – Nürnberg – Heilbronn gelangen wir trotz heftiger Ausbautätigkeiten auf der A6 relativ zügig über den Rhein bei Speyer und in den äußersten Südwesten Deutschlands, wo wir Camp beziehen und uns einen Tag zwischen Sightseeing und Relaxing gönnen, ehe es über Luxemburg und Namur zur Fähre in Calais geht.

Das Saarland und speziell das 3-Ländereck mit dem Städtchen Schengen bietet Einblick in die Bemühungen ums „grenzenlose Europa“, dem gegenüber der Sonderfall „Brexit“ uns noch einige Zweifel bringen wird. Rund um Mosel und Saar ist uns auch der unglaubliche Blick auf die berühmte „Saarschleife“ und ins Herz der Keramikmanufaktur „Villeroy & Boch“ gegönnt.

Schengen
Schengen

Das Saarland und speziell das 3-Ländereck mit dem Städtchen Schengen bietet Einblick in die Bemühungen ums „grenzenlose Europa“, dem gegenüber der Sonderfall „Brexit“ uns noch einige Zweifel bringen wird. Rund um Mosel und Saar ist uns auch der unglaubliche Blick auf die berühmte „Saarschleife“ und ins Herz der Keramikmanufaktur „Villeroy & Boch“ gegönnt.

Auch leiden wir im Camp mit einigen Belgiern mit, die bei der Fußball-WM knapp gegen (den späteren Weltmeister) Frankreich mit 0:1 unterliegen.

Mettlch
Mettlach

Die Weiterreise geht zügig voran, lediglich rund um Luxemburg und die nordfranzösische Industriemetropole Lille stockt der Verkehr. Dafür kommen wir ohne Mautgebühren bis ans Meer … das wird´s bald auch nicht mehr geben.

In Calais müssen wir zwar etwas warten, da wir noch keine Tickets gebucht haben, aber nach angenehmer Pause am Pier geht es los Richtung Dover und seinen „Cliffs“ …

>>> MUSIKTIPP: Porcupine Tree - Lazarus

Camp Siersburg
Schengen
Saarschleife
Calais
Dover
 

QUERUNG ENGLANDS MIT KULTURBESUCHEN

Eigentlich haben wir zu England eine etwas „durchwachsene Beziehung“, denn in der Vergangenheit gab es schon die eine oder andere komische Situation bzw. Probleme mit so mancher „Rule“ beim Campen. Aber – wie gesagt – stellen wir auf „Null“ …

Mit dem beeindruckenden Blick auf die Kreidefelsen von Dover geht es von Bord der Fähre und … es wird vielfach darauf hingewiesen … links fahren!

Vielleicht ist die abgelenkte Aufmerksamkeit auch schuld daran, aber wir nehmen die falsche Ausfahrtsstraße und müssen auf Umwegen zu unserer geplanten Route an der Südküste Englands von Folkestone nach Hastings.

Nach einer weiteren Verkettung unglücklicher Umstände landen wir dann etwas entnervt in einem Waldcamp bei „Battle“, das aber sowieso unser Ziel war.

Dover

Nach Gewöhnung und Orientierung erkunden wir aber wie geplant die viel gepriesene Südküste mit zahlreichen bekannten Seebädern. Wir nehmen uns das am schönsten beschriebene heraus: Eastbourne … und sind von Beginn weg begeistert! Mit seinen Hotelpromenaden und Unterhaltungspiers verkörpern die Badeorte die typisch-englische Mondänität. Viele Persön-lichkeiten ließen sich von diesem Ambiente einfangen und umgarnen …

Einige Kilometer weiter gelangen wir in die unglaubliche Dünen- und Felsenlandschaft Beachy Head, wo sich viele Literaten Inspiration holten. Und zuletzt besuchen wir Battle, den Standort der berühmten Schlacht von 1066.

Eastbourne
Eastbourne
Eastbourne
Battle

Über die Südschleife Londons geht es weiter Richtung Oxford und wir bekommen einen Eindruck von den verkehrstechnischen Dimensionen der Metropolregion mit den Massen an Autos auf z.T. 12-spurigen Highways …

Nahe Oxford haben wir Gottseidank ein Camp gebucht, denn es ist Wochenende. So stehen wir aber wirklich idyllisch und besuchen 2 Mal per Auto plus „Park & Ride“ die Universitätsstadt.

Neben dem studentischen Flair mit den zahllosen Colleges interessiert uns vor allem die Szenerie, in der einerseits die Krimiserien mit Inspektor Lewis und Morse spielen, andererseits aber „Harry Potter“ gedreht wurde und der Schreiber von „Herr der Ringe“ J.R.R. Tolkien gewirkt und auch gesoffen hat. Bei ungewöhnlichen 30°C kommen wir ganz schön ins Schwitzen und müssen deshalb auch den wirklich historischen Pubs einen Besuch abstatten, die da heißen: „The Bear“ (ältestes Pub), „Turf Tavern“ (Treffpunkt zahlreicher Persönlichkeiten) oder „The Eagle and Child“ (Tolkien und Lewis).

Oxford
Oxford
Oxford
Oxford

Die letzte Etappe in Großbritannien ist die Fahrt durch Wales zur Fähre nach Irland. Einen Großteil der Strecke legen wir auf der M4 zurück, überqueren in luftiger Höhe die Severn Bridge und kommen über Cardiff und Swansea in die Region um die Fährstation Fishguard.

Wales präsentiert sich im Gegensatz zu England wild romantisch und abwechslungsreicher und von unserem unglaublich gelegenen Camp hoch über der Fishguard Bay besuchen wir die einzigartige Kathedrale von St. Davids, die ins 11. und 12. Jahrhundert entführt … bestens erhalten und gigantisch in den Ausmaßen – ein toller Abschied von GB, denn morgen startet die Fähre zu unserem Endziel Irland. Mit abendlichem Steak, morgendlichem „Breakfast“ und „very fine weather“ kann man sagen, dass es uns bestens geht und wir äußerst fröhlicher Hoffnung sind …

>>> MUSIKTIPP: Enja - Only time

St. Davids
Fishguard
Fishguard
Fishguard
 

IRLAND EINMAL ANDERS …

VON RECHTS UNTEN NACH LINKS OBEN

Was soll man dazu sagen, wenn es heißt „You’re are the Nr. 1“ – genauso geschehen bei Ankunft im irischen Fährhafen Rosslare. Der Grund dafür liegt einerseits in der Konstellation, die sie ergibt, weil wir uns mit unserem Wohnwagengespann günstig positionieren, andererseits sind wir einfach schneller und „a little bit lucky“. Also nichts wie los …

Mit dem Wissen um die (zugegebenermaßen wenig spektakulären) regionalen Gegebenheiten hier im Südosten aus früheren Erfahrungen setzen wir uns für Teil 1 eher „geradlinige Ziele“.

Fähre nach Irland

Ziel Nr. 1 ist Kilkenny und vom netten Camp aus erkunden wir nach relaxtem Start und Ankommensfeeling mit Pferdeambiente zuerst das „Kells Priory“ und dann die wirklich schmucke „Bier-Stadt“. Der „Ruf“ ist natürlich nur mehr formell, denn sowohl Biermarke als auch Produktionsstätte existieren nur mehr museal … Smithwicks heißt das Museum, das Bier selbst gibt’s schon lange nicht mehr. „O’Hara“ nennt sich die Nachfolgemarke – im Pub im Zentrum können wir uns von den Vorzügen des „Red Ale“ ebenso überzeugen, wie von den freundlichen Erklärkünsten unseres Barkeepers.

 

>>> MUSIKTIPP: Irish Traditional Music Session

Kells Priory
Kilkenny
Kilkenny

Ein bisschen schielen wir (mittels Internet) auf die Wettervorhersage … ein „Laster“ der modernen Kommunikation … was uns nach zwei Nächten Richtung Athlone im Herzen des Landes weiterfahren lässt.

Hier finden wir ein Camp an der Ostseite des Sees, von dem aus wir sowohl wettermäßig als auch besuchstechnisch alle Möglichkeiten offen haben. Wir nutzen das herrliche Wetter zu einem der wirklichen „Herzensbesuche“ in Clonmacnoise, denn in all den Jahren hatten wir keine Möglichkeit gefunden, der berühmtesten antiken Stätte Irlands direkt am Fluss Shannon einen Besuch abzustatten. Begleitet von ausgezeichneter Stimmung finden wir auch einen „umgefallenen Dolmen“ und genießen die Altstadt von Athlone an einer Shannon-Furt samt Schleuse und „some Ales“.

Clonmacnoise
Clonmacnoise

Von Athlone starten wir auch über die neue Autobahn M6 + M4 einen Ausflug in die Hauptstadt, denn Dublin haben wir seit 1994 nicht mehr besucht. In knapp 80 Minuten sind wir mitten im Zentrum und erkunden in rund 4 Stunden die Highlights wie Trinity College, Crafton Street, Castle, Liffey River mit Half-Penny-Bridge und Temple Bar, wo wir uns stärken und den wahren „Dublin-Duft“ atmen … am Abend sind wir wieder im Camp und erfahren vom Boss, dass der heißeste und trockenste Sommer seit 1966 herrscht – gute Chancen für die Weiterreise. Wie gehabt … links auffi.

>>> MUSIKTIPP: Dubliners - In the rare old times

Dublin
Dublin
Kilkenny
Athlone
Athlone
Dublin
Athlone
 

WESTIRLAND –

ODER: AT THE END OF THE ROAD

Geplant ist es so nicht … eigentlich haben wir auf dieser Reise kein klares Ziel vor Augen, eine Rundreise soll es halt werden. Aber unverhofft kommt oft – oder wie einer meiner Leitsprüche lautet: A typischer Fall von „siachst’as – do host’as“.

Dabei ist der Weg dorthin schon im „Masterplan“ enthalten, doch es soll eine weitere Station auf dem Weg durch Irland und auf der Suche nach einigen unbekannten Orten werden. Und – es wird mehr daraus. Es wird zum Urlaubsziel, zum Highlight dieser Tour. Mehr noch – die Tage auf „Achill Island“ werden zum unglaublichen, einzigartigen Erlebnis, zum Kennenlernen einer bislang nur weit im Norden gefundenen Idylle und letztlich zur Therapie. „Achill Therapy“ wird uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben …

>>> VIDEOTIPP: Achill Island - What do you desire?

Achill Island
Achill Island
Achill Island
Achill Island

Von Athlone fahren wir in rund 4 Stunden durch Regenfront und Abkühlung an den Nordwestrand der Insel und erreichen via Brücke die Achill Island, die nicht nur uns dank Heinrich Böll ein Begriff ist. Der deutsche Nobelpreisträger lebte hier in den 1950-er, 1960-er und 1970-er-Jahren, hatte sich ein Haus gekauft und der Region mit seinem Bestseller „Irisches Tagebuch“ ein bleibendes Andenken vermacht.

Achill Island
Achill Island
Achill Island

Die Geschichten aus dem Buch stimmen natürlich alle, auch wir haben das Werk vor Jahren gelesen und vieles davon scheint die Jahrzehnte überlebt zu haben. Achill Island ist die größte Insel Irlands, besitzt rund 2.500 Bewohner und gehört zur „Gaeltacht“, also dem gälisch sprechenden Teil der Westküste. Rund 85 % der Insel ist mit Torfmooren bedeckt, neben einigen idyllischen Dörfern findet man unzählige Sandstrände, zahllose Wandertouren und jede Menge Schafe, die sich auch liebend gern an und auf den Straßen aufhalten.

Wir finden ein unglaublich romantisches Camp am größten Sandstrand der Insel in Keel, hunderte Surfer bestimmen hier das Strandbild und der Rest ist genießen, relaxen, abspannen und einfach mal an nichts denken … wie gesagt – als „Achill Therapy“ bereits copyright-geschützt … von uns natürlich!

Achill Island
Achill Island
Achill Island
Achill Island
Achill Island

Zum Programm zählen einige entspannte Touren per Auto in alle Winkel der Insel, zum „Deserted Village“, zum Aussichtsberg mit Rundumblick sowie in einige der wirklich authentischen Pubs. Und als das Wetter wirklich umschlägt, setzen wir den nächsten entscheidenden Schritt – wir verlängern! Insgesamt verbringen wir eine Woche auf dem Außenposten im Atlantik – die Zeit vergeht wie im Fluge, das originelle und außergewöhnliche Campleben verzückt und beruhigt … und Sturmfront, Starkregen und vergeblicher Versuch, durch die Nebenwand zu blicken, gehören halt auch zur Therapie … und eines ist jetzt schon gewiss: wir kommen wieder!

WICHTIGER HINWEIS: Viel mehr Infos und Geschichten samt Bildergalerie findet man in der "Long Version"!

Achill Island
Achill Island
Achill Island
Achill Island

DER NORDEN IRLANDS -

UNBEKANNTES UND SPURENSUCHE

 

Von Achill Island beginnt sozusagen der „Rückweg“, geplant ist dabei allerdings eine Route, die durch die bereits getätigte Fährbuchung von Belfast nach Schottland vorgegeben ist, uns aber auch in unbekannte Winkel der Insel verschlagen und zu dem einen oder anderen geplanten „Schmankerl“ bringen soll. So auch in die nordirische Hauptstadt, die wir seit Jahrzehnten ins Auge gefasst hatten, wegen der Unruhen aber bislang vermieden.

Nordirland Fairhead

Von Achill Island fahren wir durch das wild romantische Mayo in Richtung Sligo und bekommen in Anbetracht des überraschend tollen Sommerwetters ein intensives Gefühl für die raue Schönheit der Landschaft (siehe auch „Buffi-Tour Irland 1996“), ehe es zurück an die Küste und zum Tourismus geht.

Mayo County
Donegal

Auch ändert sich die Lage der Campingplätze und bei Donegal finden wir glücklicherweise ein schönes Camp in den Dünen, doch bestimmen hier die riesigen „Caravan- & Holiday-Parks“ das Geschehen und das ändert sich auch in Nordirland nicht. Diese monströsen „Feriensiedlungen“ sind das Objekt der Begierde der Urlaubenden und auch die Lage hat nichts mit der Idylle im Süden zu tun. Die Sandstrände sind abgeschottet und auch teilweise nur zu Fuß erreichbar oder Privatbesitz.

Glück haben wir da in Rossnowlagh bei Donegal, wo wir einen der berühmten „Ebbe-Strände“ sogar mit dem Auto befahren können, bei Rückkehr ist alles überflutet. Der Stadt Donegal selbst statten wir einen Kurzbesuch ab, das Zentrum rund ums Castle ist sogar für einen Sonntag „very busy“.

Bei Strabane geht es über die Grenze nach Nordriland und über Derry (nordirisch: Londonderry) gelangen wir an die „Antrim Coast“, die für ihre Steilküste, Castles und Villages bekannt ist, aber auch für den ältesten Whisky der Welt – Bushmills. Von unserem Standort Ballycastle im Zentrum des Urlaubergeschehens besuchen wir natürlich die „Distillery“, die wir aber schon von einem früheren Besuch kennen.

Ballycastle
Bushmills
Rossnowlagh
Donegal Coast
Irland - Nordirland
Ballycastle

Ganz in der Nähe liegt auch Giants Causeway, dessen Besuch diesmal dem Regen zum Opfer fällt (siehe „Irland 2005“), und eine Filmlocation, die uns wärmstens empfohlen wird: Die Buchenallee „Dark Hedges“, die in der Serie „Games of Thrones“ verewigt wurde.

 

Glück haben wir auch mit unserem Camp hoch über den Klippen von Ballycastle, der Fährstation zu Rathlin Island. Hafen und Stadt bieten vor allem gemütliches Pub-Ambiente, das wir auch redlich nützen und in den Genuss von Pferderennen samt Wetten, Kilkenny Bier vom Fass (lt. Barkeeper nur mehr in Nordirland erhältlich) und wirklich ausgezeichnetem Haddock als „Fish & Chips“ bekommen. Da macht auch das äußerst wechselhafte Wetter mit ständigem Drizzle und Schauern nicht so viel aus …

Dark Hedges
Bushmills
Kilkenny Bier

Und als Höhepunkt dieser Tage gilt der Besuch von Belfast, wo wir dank Handynavigation in der „Hyndford Street“ landen und vor dem Geburtshaus von Musiklegende Van Morrison stehen sowie das Viertel in Ost-Belfast erkunden, das in vielen seiner Songs beschrieben wird.

>>> MUSIKTIPP: Van Morrison - On Hyndford Street

Inklusive Besuch im Zentrum und in West-Belfast, dem ehemals umkämpften Arbeiterviertel, wird es ein toller Besuch, bevor es weiter per Fähre nach Schottland geht.

Belfast City Hall
West-Belfast - The Wall
Kintyre
Belfast Hyndford Street
Belfast Fährterminal
 

SCHOTTISCHE SÜDKÜSTE UND QUERUNG IM NORDEN ENGLANDS – SANDSTRAND & CAMPERGLÜCK

An der Fähre von Belfast wiederholt sich das Szenario von der Ankunft im Süden … „You’re the Number 1!“, diesmal am Check-In und auf „Lane 11“. Bye, bye Ireland … bei Ablegen um 15,30 h hat es bewölkte 21°C und nach Verlassen des lang gezogenen Fjords von Belfast nieselt es leicht … „drizzly weather“ zum Abschied.

Sandhead Beach

In Schottland landen wir am äußersten Südwestspitz und haben bei der Campsuche großes Glück, denn es ist Hauptferienzeit und wir bekommen einen der letzten Plätze auf der Wiese am Ende einer riesigen Mobilehome-Siedlung … gleichzeitig aber auch an einem der unglaublichsten Strände, die wir am Westrand Europas jemals gesehen haben.

>>> MUSIKTIPP: Runrig - Hearts of olden glory

Rye Hill Farm
Belfast Harbour
Stranraer

Nach einem herrlich entspannenden Tag mit Strandwanderung, Muschelsammeln, Pubbesuch und viel Relax geht es weiter Richtung Osten entlang der Küste und ab Carlisle entlang des „Hadrian Walls“. Unser abschließendes Ziel heißt Newcastle, von wo in 3 Tagen die Fähre zurück ans Festland geht, bzw. die Region südwestlich davon, von wo aus wir noch einige Besichtigungstouren bestreiten wollen.

Und nach flotter Fahrt quer über die Insel scheint uns diesmal das Camperglück im Stich zu lassen, denn im angesteuerten Camp, das auch auf unsere Emailanfrage nicht geantwortet hat (schlechtes Omen), ist voll. Auch im 2. Camp, zu dem wir per Hinweistafel auf der Hauptstraße über sehr enge Straßen fahren, bekommen wir keinen Platz … haben aber trotzdem Glück, denn der nette, junge Mann an der Rezeption telefoniert für uns zu einer Farm in der Nähe, wo ein kleiner Campingplatz liegt. Und wir werden fündig, ehe die Verzweiflung groß wird und die Tageszeit bedenklich, denn in England schließen die meisten Campingplätze um 18 oder auch schon 17 Uhr.

Die vermeintlichen technischen Schwierigkeiten, wie Stromanschluss für 3 Tage, lösen sich von selbst und wir verbringen wirklich entspannende Tage in absoluter ländlicher Idylle zwischen Pferden, Feldern und unendlich viel Schafen … warum und was das Geblöke bedeuten kann und einige Gedanken dazu findet man in der „Long Version“!

Sandhead
Sandhead
Rye Hill Farm
Rye Hill Farm
Rye Hill Farm
Hexham

Das Hinterland erkunden wir in kleinen Etappen, während wir den „Hadrians Wall“ im Norden bereits mehrmals besucht hatten (siehe „Schottland 1998“ und „Schottland 2008“) und diesmal ausließen, zumal uns nach dem anstrengendem Programm der Vortage auch etwas der „Punch“ fehlt und wir lange Relaxphasen einlegen – wohl auch um uns auf die lange Fährfahrt zurück nach Holland vorzubereiten.

>>> MUSIKTIPP: Alan Price - Jarrow song

Neben Erkundung der „North Pennins“, von Hexham und Corbridge mit dem Fluss Tyne steht aber der Besuch der Stadt am Ende des Tales als Highlight an – Newcastle. Die entzückende Stadt an der Tyne-Mündung ist ein nettes Gemisch an Industriesiedlung („Billy Elliott“) in den Außenbezirken und einer sehr geschichtsträchtigen Altstadt am Fluss mit seinen Brücken aus 3 Jahrhunderten („Fog on the Tyne“). Samt Besuch beim berühmten Fußballstadion „St. James‘ Park“, Pubbesuch, Stadtrunde per Auto und Erkundungstour ums Castle verbringen wir eine nette Zeit in der „Musikstadt“, die schon viele bekannte Musikgrößen hervorgebracht hat, denen aber hier keine Spuren zugeordnet werden – Eric Burdon („The Animals“), Alan Price und Lindisfarne, um nur einige zu nennen.

>>> MUSIKTIPP: Lindisfarne - Fog on the Tyne

Diesmal bleibt uns also gezielte Spurensuche vorenthalten, dafür zeigt sich aber am Tag der Abfahrt per Schiff nach Amsterdam das Wetter wieder von seiner besten Seite … so verlassen wir Britannien bei besten Bedingungen und genießen die „Mini-Kreuzfahrt“ (18 Stunden) nach Amsterdam. Ein unglaubliches Abendbuffet, ausgezeichnetes „Newcastle Brown Ale“ und herrliches Sonnenuntergangsambiente begleiten den Abschied von Nordengland – „Wehmutstropfen“ ist lediglich, dass uns am Kontinent angeblich Temperaturen mit bis zu 35°C erwarten. In Portugal und Spanien wurden scheinbar Temperaturen von bis zu 50°C gemessen, auch in Baden und in Güssing ging es bei 38°C „heiß“ her. Abwarten, denn ich hatte schon im Jänner max. 25°C bestellt … schauen, ob drauf Verlass ist …

Corbridge
Newcastle upon Tyne
Newcastle upon Tyne
Newcastle upon Tyne
Newcastle upon Tyne
Fähre Newcastle - Amsterdam
 

HEIMREISE ÜBER DREILÄNDERECK UND DER WESTLICHSTEN STADT DEUTSCHLANDS

Mit Ankunft im Hafen von Ijmuiden bei Amsterdam ändern sich 3 Dinge – die Zeitzone (MESZ), die Klimabedingungen und natürlich die Tatsache, dass es nun wieder auf der rechten Fahrbahnseite dahingeht. Ja, eigentlich ist das Fahren auf der linken Seite bereits zur Selbstverständlichkeit geworden, so wappnen wir uns auch schon rechtzeitig mit einem Hinweis am morgendlichen Armaturenbrett: „Rechts fahren!“

Aachen

Weniger Umstellung bringt das Wetter, denn scheinbar sind unsere Wünsche samt Abkühlung angekommen. So begleitet uns auf der gesamten Heimfahrt eine Zone mit 22 bis 25°C … das ist angenehm, bringt aber auch den einen oder anderen Regenguss.

Die Route heimwärts ist natürlich geprägt von der prekären Autobahnsituation in Deutschland und wir wählen nach reiflicher Überlegung die sogenannte „Mitte-Ost-Route“ über Köln, Erfurt und Regensburg. Erste Station machen wir dabei am Dreiländer-Punkt zwischen Niederlande, Belgien und Deutschland bei Vaals mit einem Besuch der westlichsten „Großstadt“ Deutschlands, Aachen.

Aachen
Vaals be Aachen
Aachen

Die Deutschen bezeichnen Aachen gerne als die „schönste Stadt der Welt“, hier wurde Karl der Große 814 in seiner „Lieblingspfalz“ begraben und die Stadt bietet sehr viel Ambiente und Historie. Für uns wird der Besuch ein toller Abschluss mit viel Einblick in eine der unterhaltsamsten Altstädte des Landes. Dazu gehören auch ein Einkauf von „Pinten“, eine Jause im „Hanswurst“ sowie Fotoshooting im „Dom“, der aus dem 8. Jahrhundert stammt. Übrigens für 1,- Beitrag pro Kamera …

Zuvor besuchen wir von unserem Camp in den holländischen Hügeln aus den bekannten Aussichtturm am „Dreiländerpunkt“, von wo aus wir den tollen Rundblick in 3 Länder genießen können.

Die gewählte Route durch Deutschland bestätigt sich als wirklich gut, denn bis auf einen kurzen Stauabschnitt aufgrund der Verkehrsüberlastung zwischen Gießen und Kassel kommen wir zügig voran und treffen am frühen Abend in Oberbayern ein, wo wir diesmal via Email im ACSI-Camp bei Mitterteich gebucht haben. Und als „Lohn des Tages“ gibt’s dort einen Relaxbereich für die Campgäste samt Whirlpool und Ausblick auf den im Abendlicht verschwindenden Bayrischen Wald.

Die letzten Kilometer über Regensburg und Passau werden zur gemütlichen Heimreise und wir schauen mit wenig Bedauern auf den ca. 1-stündigen Stau auf der Gegenfahrbahn bei der Einreise von Österreich nach Deutschland … und bei Anfahrt auf die heimischen Berge auf den neugestalteten Kreisverkehr in Edling sowie die gewohnte Silhouette unserer Heimatstadt. Das gibt abschließend so viel Energie, dass ich noch am gleichen Tag mit den mitgebrachten Steinen von Achill Island eine „Insel“ im hauseigenen Teich gestalte und die aus Irland mitgebrachten Fahnen hisse … welcome home.

>>> MUSIKTIPP: Dublin City Ramblers – Isle of Insihfree

Mitterteich
Trofaiach
Trofaiach