HEIMWEG ÜBER HOLLÄNDISCHE & DEUTSCHE AUTOBAHNEN

Abschluss mit „3-Länder-Punkt“, Aachen & Relaxing

 

Der Heimweg von Amsterdam beinhaltete ursprünglich den Plan, eine Tour entlang des Rheins bis Basel zu machen. Doch wir verwerfen dieses Vorhaben aus mehreren Gründen – hauptsächlich aber in Anbetracht der zu dieser Jahreszeit überfüllten Campingplätze in Mitteleuropa und speziell in Deutschland. Aber es spielt auch eine spürbare „Verbrauchtheit“ eine Rolle, die sich auch schon mal in gesundheitlichen Schwankungen zeigt … so suchen wir eher einen direkten Weg in die Heimat mit einer abschließenden Station auf den Spuren Karls des Großen.

 

Die letzte Besuchsstation legen wir also im „3-Länder-Eck NL–B-D“ ein, wo wir am frühen Nachmittag via Utrecht und Eindhoven auf der E25 eintreffen und ein Camp in den holländischen Hügeln bei Vaals suchen. Es gibt hier zahlreiche ACSI-Camps, vom Schiff aus versuche ich, einen Platz zu servieren … einmal mit Absage und einmal ohne Antwort.

Bei Ausfahrt aus der Fähre sind wir zwar wieder die „Nr. 1“ – diesmal aber nur im „oberen Stockwerk“ und so können wir die Hektik bei der Ausfahrt gut beobachten, ehe es unten leer ist und wir drankommen.

Über Amsterdam geht es locker südwärts, es herrscht zwar viel Verkehr aber kein Stau. Holland gehört zu den dichtest besiedelten Regionen Europas, es geht über den Mündungsbereich von Rhein und Maas via riesigen Brückenbauten und vielen Dämmen, erst ab Eindhoven wird es hügeliger und bald darauf erreichen wir die Ardennenausläufer, wo wir einer Stauwarnung folgend von der Autobahn abfahren und günstig tanken.

Die Campingsuche im Dreiländereck nahe Maastricht beschränkt sich auf den niederländischen Teil und bereits im 1. Camp sind wir erfolgreich. Nach ca. 7 km langer, enger Wald- und Hügelroute stehen wir in einem riesigen ACSI-Camp und freuen uns über das doch rasche Ende der Suche. Ironie am Rande: Ich bekomme kurz darauf noch einen Anruf aus einem anderen Camp, das uns – was wir ja nicht wussten – per Email einen Platz reserviert hatte und sich nun telefonisch erkundigt, ob wir noch kommen würden. Der Platz liegt übrigens 3 Kurven entfernt …

Ausschlaggebend für unsere Campwahl ist einerseits die gute Lage zu Aachen, andererseits bietet das Camp Cottesserverhoeve ausgesprochen nettes Ambiente im Fachwerkstil mit Gastwirtschaft, was wir am Abend ausnützen.

So sind wir fit für unsere Abschlusstour mit „Dreiländerpunkt“ und der alten Kaiserstadt Aachen, die wir nach morgendlichen Regenguss angehen – für heute ist im Westen Belgiens übrigens Sturmwarnung ausgerufen, auch in Aachen soll es zwischendurch mal regnen.

Beim Start am „3-Länder-Punkt“ in Vaals herrscht jedoch Sonnenschein und wir erklimmen per Lift den Aussichtsturm samt „Skywalk“ – rund 35 m über dem Boden!

 

>>> Musiktipp: Herman Van Veen – Weg da

Der Rundblick ist gut und neben holländischer Industrie und belgischen Ardennen sehen wir bis Aachen samt dem imposanten Dom.

Vor diesem stehen wir dann auch rund 1 Stunde später, nachdem wir per Auto, Park & Ride und Bus flott in die Innenstadt gelangen.

Die Deutschen behaupten, Aachen ist die schönste Stadt der Welt ... auf jeden Fall ist sie die westlichste Großstadt des Landes und der Rundgang wird zur Zeitreise mit alten Wurzeln, denn die Grundfesten des Doms („Oktagon“) reichen ins 8. Jahrhundert – in die Zeit Karls des Großen – zurück, der Aachen zu seiner „Lieblingspfalz“ erkoren hatte.

Wir flanieren über Tempel und Elisenbrunnen, aus dem schwefelhaltiges Thermalwasser fließt, durch den Park und an einem Brunnen vorbei, der mit urigen Gestalten zum Fotoshooting einlädt, direkt in die Altstadt, die ihresgleichen in Europa sucht: eine Vielzahl von geschützten Bauten, Plätzen und Skulpturen und natürlich der Dom … alles wirklich eindrucksvoll, sehenswert und einzigartig. Im Dom selbst ist alles besonders – sogar die Fotoerlaubnis um 1,- €.

Karl der Große ( † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs. Er erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung.

Zum Rundgang gehören auch ein Besuch bei „Nobis Printen“, den unvergleichlichen Lebkuchen, bei „Hanswurst“ mit Schwarzbier und Würstl, wo wir auch einen Regenguss überbrücken, und die Hauptszenerie rund um Rathaus, Marktplatz und Karl-Statue, die übrigens demonstrativ dem Rathaus den Rücken zukehrt …

Übrigens spielt auch ein "Sohn Österreichs" eine bedeutende Rolle in der jüngeren Geschichte, denn von 1935 bis 1942 wirkte Herbert von Karajan als jüngster Generalmusikdirektor in der Kaiserstadt ... und eines seiner Lieblingswerke war Brahms "Ungarischer Tanz Nr. 5"!

>>> Musiktipp: Herbert v. Karajan - Ungarischer Tanz Nr. 5 (Johannes Brahms)

Nach der Rundtour, Besuch in der Einkaufsstraße und stärkendem Kölsch machen wir uns aber bald wieder auf den Rückweg und treffen rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss im Camp ein – für den Heimweg am kommenden Tag ist übrigens Sonne prophezeit … uns solls recht sein!

Da wir den restlichen Weg nach Österreich diesmal nicht „Nonstop“ fahren wollen, habe ich in Oberbayern im Camp Mitterteich (bei Hof) einen Platz reserviert und wir wählen in Hinblick auf Tageszeit und hohes Verkehrsaufkommen im Bereich Koblenz – Frankfurt die Route über Köln – Gießen – Bad Hersfeld – Erfurt.

Die Routenwahl erweist sich als richtig, bei Köln kommen wir für einen Freitagvormittag gut durch und lediglich zwischen Gießen und Bad Hersfeld stoppt es gelegentlich aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens … und eigentlich meist wegen vieler undisziplinierter LKW-Fahrer, die durch unsinnige Überholmanöver hauptausschlaggebend für so manchen „Ziehharmonika-Effekt“ sind … bis nahe Kassel kostet es uns ca. 30 min. mehr – in Anbetracht der insgesamt 10-stündigen Fahrzeit recht wenig, weil es über Thüringen mit Blick auf die Wartburg und Lutherland sowie die „Ostroute“ südwärts über Hof äußerst flott vorangeht.

So treffen wir am späten Nachmittag in Mitterteich ein und erleben eine Überraschung: das Camp Großbüchlberg, das wir bereits 2017 zweimal im Blickwinkel gehabt haben (Ostern und Sommer), entpuppt sich als „Wellness-Oase“ mit herrlicher Lage und Aussicht auf Bayrischer Wald und die Grenzregion nach Tschechien. Und im – wirklich günstigen – Campingpreis von € 24,- ist auch freier Zugang zu Sauna und Whirlpool inkludiert, was wir im schwindenden Tageslicht natürlich weidlich ausnützen … verdienter Lohn nach gelungener Tour.

Die restlichen 450 km über Regensburg, Passau und Wels gelten dann als „Genussfahrt“ bei angenehmen Temperaturen und wir schielen mit gewisser Genugtuung auf die Gegenfahrbahn zwischen Suben und Passau, wo sich bei der Einreise nach Deutschland ein mindestens 1-stündiger Stau aufgebaut hat … „muss man samstags fahren, wenn alle fahren!“ Und: vor allem dem „Navi“ folgen.

 

>>> Musiktipp: Mike Krüger - Stau mal wieder

 

Nach exakt 5 Stunden erblicken wir die heimatlichen Berge, erfreuen uns am Anblick des neugestalteten Kreisverkehrs in Edling und an gewohnter Silhouette von Trofaiach.

Und den wirklich krönenden Abschluss dieser wunderbaren Tour gibt’s gegen Abend … mit Bau einer „Achill Island“ im eigenen Teich mittels der aus Irland mitgebrachten Steine und dem Hissen der Fahnen aus Irland, Donegal und Mayo unter den typischen Klängen unserer Lieblingsband Runrig.

 

>>> Musiktipp: Runrig - Eirinn