Sommer 2018 ...

ODER: WIEDER EINMAL IRLAND

Irland 2005

IDEE & PLANUNG

 

Den Plan, mit dem Wohnwagen wieder einmal ausführlich den äußersten Westen Europas zu erkunden, hatten wir schon seit geraumer Zeit und nach dem B&B-Abenteuer im Jahr 2005 auch geschworen, nie mehr ohne Wohnwagen zu kommen …!

 

Möglicherweise zu einem Mitgrund für diese Reise wurde auch der „Brexit“ … also die seit 2016 feststehende Tatsache, dass die Briten sich aus der EU verabschieden und die Formalitäten rund um Ein- und Ausreise sicherlich nicht einfacher werden. Obwohl sie jetzt schon für ihre oft eigenartigen „Rules“ berüchtigt sind, dann wird’s sicher nicht besser …

 

Und Grund Nr. 3 war der Umstand, schon seit 2005 nicht mehr dort gewesen zu sein … nach der ersten richtig großen Campingreise 1994 mit den Kids sozusagen auch auf „Reminiszenztour“ und auch auf den Spuren des „Buffi-Kongress 1996“, wo wir verdammt nahe an die Gemetzel rund um den „Orange-Day“ in Nordirland inkl. Bombenattentat und Toten gekommen waren. Und – wie gesagt – auch in Erinnerung an viele tolle Plätze, die wir schon 2005 erkundet hatten – vor allem im Norden und Nordwesten.

>>> MUSIKTIPP: Van Morisson - Days like this

 

Es ist also wieder einmal Zeit und schon im Winter stand – eigentlich untypisch für uns – der „Masterplan“ fest … mit Stationen auf An- und Rückreise (Deutschland, Luxemburg, Belgien und Holland) und einer Schleife in Südengland mit Hastings und Brighton sowie einem Besuch von Oxford … auf den Spuren von Tolkien & Potter und Lewis & Morse, den Roman-Inspektoren aus den gleichnamigen Krimiserien. Die Bilder daraus (auf ZDF-Neo) faszinieren uns seit Jahren und jetzt ist es an der Zeit, sie auch live zu sehen und diese Stadt mit ihren Colleges und viel universitärer Tradition kennenzulernen.

 

Auch neu (wie zuletzt schon exerziert) war die Buchung der neuralgischen Fähren bereits im Frühjahr – zum einen aus organisatorischen Gründen, um dem Ganzen eine Struktur zu geben. Und zum andern aus finanziellen Gründen, denn durch Frühbucherbonus usw. sparen wir dabei oft bis zu 50% der Kosten, zumal wir ja mit dem Wohnwagen auch platztechnisch Probleme bekommen können.

 

So wurden die Fährstrecken Fishguard (Wales) – Rosslare (Irland) und Belfast (Nordirland) – Cairnryan (Schottland) bei „Stena Line“ und die Overnight-Ferry von Newcastle (England) nach Amsterdam (Holland) bei DFDS (inkl. Außenkabine) online gebucht und kosteten weniger als 1.000,- € … ein Schnäppchen. Nur die kurze Fähre von Calais nach Dover ließen wir ob der Tatsache offen, dass wir an keinen genauen Zeitpunkt gebunden sein wollten, offen. Rest wie gehabt, Camping wollten wir sowieso erst vor Ort entscheiden, alles andere sollte mit viel Routine kein Problem sein.

 

Gesagt. Getan … auf geht’s!

>>> MUSIKTIPP: The Dubliners - Live in Dublin 1984

TEIL 1: "Go west" ... Weg in den Westen

TEIL 2: Südenglische Küste, Oxford, Wales

TEIL 3: Vom Südosten in die Mitte Irlands

TEIL 4: Westirland - Besuch auf Irlands größter Insel

TEIL 5: Zweigeteilter Staat im Norden Irlands

TEIL 6: Sandy Beaches & Fog on the Tyne

TEIL 7: Heimweg über deutsche Autobahnen

Erinnerungen an eine

Rundreise um die „grüne

Insel“ im Westen Europas

1994 irland (4).jpg

Oder:

Wohnwagen-Reise

- Klappe - die 1.!

irland mit touren.jpg
BESUCHTE ORTE & HIGHLIGHTS
(in alphabetischer Reihenfolge)
 
 

GO WEST“ … WEG IN DEN WESTEN

Oder: Schengen und die Frage "Wo endet Europa?"

 

Natürlich geht es wie in den Vorjahren per Wohnwagengespann los und natürlich besteht der Weg von Österreichs Mitte an den Westrand Europas zuerst aus knapp 1.500 km „Autobahn-Trip“ … bevorzugt durch Deutschland (bevor 2019 die Maut kommt !?!), Belgien, Luxemburg und/oder Frankreich – meist auf der Hauptroute über Nürnberg – Frankfurt – Köln – Brüssel und gespickt von den „modernen Auswüchsen des zentraleuropäischen Verkehrsinfarktes“, der scheinbar zum Alltag der Autobahnen zählt.

 

Um den „neuralgischen Staupunkten“ zu entgehen, wählen wir diesmal die Route über Heilbronn, das Saarland und Luxemburg. Trotz einigen kurzen Staus durch viele Baustellen auf der A6 zwischen Nürnberg und Heilbronn, wo ein Großteil 6-spurig ausgebaut wird („Irgendwann müssen sie ja bauen … aber man ist halt am Anfang einer großen Reise immer etwas ungeduldig!“), gelangen wir in rund 11 Stunden von Trofaiach über Passau, Nürnberg, Heilbronn und Kaiserslautern in den Südwesten Deutschlands. Hier zollen wir dem aufkommenden Schönwetter und einer gewissen Verbrauchtheit von den Anstrengungen des ausgelaufenen Schuljahres Tribut und bleiben 2 Nächte.

 

>>> MUSIKTIPP: Mey/Wader/Wecker - Es ist an der Zeit

Im ACSI-Camp Siersburg bei Saarlouis in einer idyllischen Flusssenke nahe der Saar finden wir ein tolles Quartier für unser Wohnwagengespann (überraschenderweise zum CC-Vorsaisontarif um € 17,- all inclusiv!) und einem TV-Apparat mit vielen Belgiern, die nach dem 0:1 gegen Frankreich leicht entmutigt ihren Frust runterspülen.

 

Den „Erholungstag“ nutzen wir für eine rund 100 km lange Tour durchs äußerste Saarland rund um Schengen und dem 3-Länder-Eck D-F-LUX. Hier an der Mosel wurde jener „Vertrag“ geschlossen, der Europa einen großen Schritt auf dem Weg zur Vereinigung und zum Fall von Zoll- und Personengrenzen brachte … auch wenn’s heute teilweise wieder in die falsche Richtung läuft.

 

Nach Besuch des „Europa-Museums“, einem Stadtrundgang inkl. Weinberg-Ein- sowie Mosel-Ausblick und einem günstigen Tankstopp (1 l Diesel um 1,12€ … besser als in Österreich!) geht es entlang der idyllischen „Mosel-Weinstraße“ nordwärts, ehe wir wieder ostwärts fahren und an die Saar gelangen.

 

Bei Mettlach finden wir den berühmten Aussichtspunkt „Cloef“ mit unglaublichem Blick auf die „Saarschleife“ – ein tiefer Taleinschnitt und Naturschauspiel. Wir sparen uns den Eintritt zum künstlich aufgetürmten „Baumwipfelpfad“ und investieren das ersparte Geld in ein Mittagessen in der Altstadt von Mettlach am Ende der Saarschleife.

>>> MUSIKTIPP: Keimzeit - So (live)

 

Mettlach selbst ist bekannt durch „Villeroy & Boch“, das hier seit mehr als 250 Jahre seinen Firmensitz hat und viel Einblick in die Kunst der Keramikherstellung bietet … natürlich inkl. Shoppingtour durchs „Factory Outlet“. Eh klar … Weihnachten wartet!?!

 

Nach Fotoshooting von der Saarbrücke und Einkauf beim „Netto“ in Merzig geht es zurück ins Camp zum Relaxen und Vorbereiten auf die Weiterfahrt nach Calais. Sogar den 2:1-Sieg der Kroaten gegen England versäumen wir ob des Relax-Faktors … auch gut. So ist wenigstens Beruhigung im Land des Fußballs, wo wir morgen anlanden sollen.

 

Noch gut 500 km warten auf uns westwärts … unabhängig von Stauzonen und Verkehrschaos ist die gewählte Reiseroute über Luxemburg, dem Südosten Belgiens und der Grenzregion im Norden Frankreichs die absolut kürzeste und sicherlich auch gefahrloseste Strecke, was Stau und Überlastung bestrifft. Und (noch) ohne Maut – sogar in Frankreich!

>>> MUSIKTIPP: Adamo - Inch Allah

 

Nur bei Luxemburg und Lille gibt es Behinderungen, sonst geht es wirklich flott bis Calais, wo die Fährüberfahrt nach England auf uns wartet. Da wir den Zeitpunkt unserer Ankunft am Ärmelkanal wirklich nur schwer vorplanen konnten, war auch eine Buchung nicht leicht möglich. Am Vorabend hatte ich zwar die Möglichkeiten gegoogelt und eine Buchung für 15,20 h zu günstigem Tarif gefunden … aber was ist bei Verzögerungen durch Stau oder anderen unvorhersehbaren Problemen – das ist dann echter Stress und Frust.

 

So zahlen wir halt statt möglichen 170,- € am Schalter 270,-, können uns aber dafür in Ruhe am Pier einreihen, den Komfort des Wohnwagens in Form eines „Picknicks“ an der „Lane 260“ genießen und in aller Ruhe nach dem doch anstrengenden Weg der Überfahrt entgegensehen …

England – wir kommen! Oder: Hello Cliffs of Dover, nice to see you again!

>>> MUSIKTIPP: Jethro Tull - Too old to Rock'n'Roll - too young to die